Russland hat Vermögenswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé sowie von drei französischen Unternehmen an die Gesellschaft LEV Management übertragen. Präsident Wladimir Putin ordnete den Schritt am Donnerstag per Dekret an. Die Namen der betroffenen französischen Firmen wurden in dem vorliegenden Bericht nicht genannt.
Betroffen sind westliche Unternehmen, die ihre Geschäfte und Beteiligungen in Russland nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine nicht vollständig veräußert hatten. Der Kreml hatte den Rückzug ausländischer Unternehmen aus dem Land seitdem erschwert. Die nun angeordnete Übertragung steht nach den vorliegenden Informationen in diesem Zusammenhang.
Das Dekret bezieht sich ausdrücklich auf Vermögenswerte von Nestlé und den drei französischen Unternehmen. Welche konkreten Beteiligungen oder Geschäftseinheiten betroffen sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ebenso ist nicht bekannt, welchen Umfang die übertragenen Vermögenswerte haben.
Als Empfänger der Vermögenswerte nennt die Anordnung LEV Management. Weitere Einzelheiten zur Gesellschaft oder zu den Bedingungen der Übertragung liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Auch ist daraus nicht ersichtlich, ob und in welcher Form die betroffenen Unternehmen an dem Verfahren beteiligt wurden.
Nestlé ist ein Schweizer Lebensmittelkonzern. Die drei französischen Unternehmen werden in der Meldung nicht namentlich aufgeführt. Damit bleibt offen, welche Branchen und Geschäftsbereiche von der Maßnahme neben dem Lebensmittelkonzern betroffen sind.
Der Vorgang betrifft Unternehmen aus westlichen Staaten, die ihre Aktivitäten in Russland nach dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine nicht vollständig beendet hatten. Nach den Angaben hatte Russland den Rückzug ausländischer Firmen erschwert. Die Übertragung der Vermögenswerte erfolgte nun auf Grundlage eines Präsidialdekrets.
Zu möglichen Reaktionen von Nestlé, der französischen Unternehmen oder der französischen beziehungsweise schweizerischen Regierung enthält die vorliegende Meldung keine Angaben. Auch Informationen zu einer finanziellen Entschädigung, zur weiteren Nutzung der Vermögenswerte oder zu den konkreten Folgen für die Unternehmen liegen nicht vor.
Der Schritt reiht sich den vorliegenden Informationen zufolge in den Umgang Russlands mit westlichen Unternehmen ein, die ihre Beteiligungen im Land nicht vollständig verkauft hatten. Eine weitergehende Bewertung der Maßnahme ist anhand der verfügbaren Angaben nicht möglich.