Was passiert ist
Syrien verstärkt seine Bemühungen, schätzungsweise zwei Millionen Schulabbrecher wieder in das Bildungssystem zu integrieren. Vorgesehen sind unter anderem Bildungsstandserhebungen, Maßnahmen gegen entstandene Lernrückstände und eine Ausweitung des Zugangs zu Bildungsangeboten.
Ein erster Schritt wurde nach Angaben des Bildungsministeriums in der Provinz Hasaka unternommen. Dort ließ das Ministerium Wissenstests mit Kindern durchführen, die derzeit nicht zur Schule gehen. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, den Bildungsstand der Betroffenen zu bestimmen und ihren jeweiligen Lernbedarf zu erfassen.
Was wir wissen
Die Zahl von rund zwei Millionen betroffenen Kindern und Jugendlichen wird in der Meldung als Schätzung genannt. Die syrischen Behörden wollen die Betroffenen wieder an Bildung heranführen und damit die Zahl derjenigen verringern, die außerhalb des regulären Bildungssystems stehen.
Zu den genannten Maßnahmen gehören Programme zur Bewertung des Wissensstands. Diese sollen ermitteln, auf welchem Bildungsniveau sich die Kinder befinden und welche Kenntnisse ihnen fehlen. Außerdem plant das Bildungsministerium Maßnahmen, um Lernverluste auszugleichen. Konkrete Inhalte dieser Maßnahmen werden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Die Erhebungen in Hasaka richten sich an Kinder außerhalb des Schulbetriebs. Nach Angaben des Ministeriums dienen sie dazu, den individuellen Bildungsstand und den jeweiligen Unterstützungsbedarf zu bestimmen. Darüber hinaus gibt es Pläne, den Zugang zu Bildung auszuweiten. Einzelheiten zur Umsetzung dieser Pläne liegen nicht vor.
Die Initiative ist Teil verstärkter Bemühungen Syriens, Kinder und Jugendliche ohne Schulbesuch wieder in das Bildungssystem einzubinden. In den vorliegenden Informationen wird nicht erläutert, ob die Maßnahmen ausschließlich auf Hasaka begrenzt sind oder bereits auf andere Provinzen ausgeweitet wurden.
Was noch unklar ist
Offen bleibt, wie die Schätzung von zwei Millionen Schulabbrechern zustande kommt und auf welchen Zeitraum sie sich bezieht. Ebenfalls nicht bekannt ist, wie viele Kinder in Hasaka an den Wissenserhebungen teilgenommen haben und welche Ergebnisse die Tests ergeben haben.
Unklar ist zudem, wann die geplanten Maßnahmen gegen Lernverluste beginnen sollen und welche konkreten Bildungsangebote für die Betroffenen vorgesehen sind. Angaben zu Finanzierung, Personal, Zeitplan und Umfang der geplanten Ausweitung des Bildungszugangs enthält die vorliegende Meldung nicht.
Auch die Gründe dafür, dass die Kinder nicht zur Schule gehen, werden nicht genannt. Es liegen außerdem keine Informationen dazu vor, wie die Wiedereingliederung in das Bildungssystem organisiert werden soll oder ob alternative Bildungswege vorgesehen sind.
Quelle
Arab News, Quellen-Handle: @ArabNews