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Ehemalige Gegner schließen Bündnis gegen Äthiopiens Regierung

Die TPLF, Fano-Milizen aus Amhara und die Oromo Liberation Army wollen gemeinsam gegen die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed vorgehen und eine Übergangsregierung einsetzen.

Ehemalige Gegner schließen Bündnis gegen Äthiopiens Regierung
Foto: geralt · Pixabay
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Drei bewaffnete und politisch einflussreiche Akteure in Äthiopien haben sich nach eigenen Angaben zu einem Bündnis gegen die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed zusammengeschlossen. Die Tigray People’s Liberation Front (TPLF), die Fano-Milizen aus der Region Amhara und die Oromo Liberation Army (OLA) erklärten, sie wollten die Regierung stürzen und eine Übergangsregierung einsetzen.

Die Allianz ist vor allem deshalb bedeutsam, weil die beteiligten Gruppen im Tigray-Krieg auf unterschiedlichen Seiten standen. Ihre gemeinsame Erklärung deutet darauf hin, dass sie trotz früherer Gegnerschaft ihre Zusammenarbeit ausgeweitet haben. Nach eigenen Angaben koordinieren sie sich bereits seit mehr als einem Jahr.

Die TPLF war eine zentrale politische und militärische Kraft in der nördlichen Region Tigray. Die Fano-Milizen sind in Amhara aktiv, während die Oromo Liberation Army der Volksgruppe der Oromo zugerechnet wird und in Teilen des Landes gegen die Regierung kämpft. Die Gruppen unterscheiden sich in ihrer regionalen Verankerung und ihren bisherigen Konflikten, treten nun jedoch mit einem gemeinsamen Ziel auf: dem Ende der Regierung Abiy Ahmeds.

Als nächsten politischen Schritt nannten die Bündnispartner die Bildung einer Übergangsregierung. Wie diese konkret zusammengesetzt werden soll oder welche politischen Strukturen an ihre Stelle treten könnten, wurde in den vorliegenden Informationen nicht näher erläutert. Auch Angaben zu einer gemeinsamen Führung, zu militärischen Plänen oder zu einer konkreten zeitlichen Perspektive liegen bislang nicht vor.

Die Ankündigung betrifft ein Land, in dem mehrere bewaffnete Konflikte und politische Spannungen zusammentreffen. Der Tigray-Krieg hatte die beteiligten Kräfte zuvor gegeneinander gestellt. Dass sich Akteure mit dieser Vorgeschichte nun auf eine Zusammenarbeit verständigt haben, verleiht der Erklärung besondere politische Bedeutung. Ob das Bündnis dauerhaft Bestand haben wird und welche praktischen Folgen die Kooperation für die Sicherheitslage in Äthiopien hat, ist derzeit nicht bekannt.

Die Erklärung wurde von den drei Gruppen selbst abgegeben. Unabhängige Angaben zum Umfang ihrer Zusammenarbeit oder zur Unterstützung für das angekündigte Vorhaben liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Das berichtete zuerst Euronews.

Quelle: Euronews ↗