Russland beabsichtigt offenbar, das Verbot für die Ausfuhr des größten Teils seines Diesels über das Ende September hinaus zu verlängern. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine offizielle Bestätigung der geplanten Verlängerung liegt den vorliegenden Informationen zufolge bislang nicht vor.
Die Regierung in Moskau hatte die Beschränkungen im Juli eingeführt. Auslöser war eine Reihe ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien. Dadurch sank die Verarbeitung von Rohöl in den Anlagen auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren. Genauere Angaben dazu, wie lange die Regelung verlängert werden soll oder welche Ausnahmen gelten könnten, liegen nicht vor.
Das Exportverbot fällt in eine Phase, in der der Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiterhin die Energieversorgung und die internationalen Märkte beeinflusst. Die Angriffe auf russische Raffinerien haben die Verarbeitungskapazitäten des Landes belastet. Mit der Einschränkung der Ausfuhren kann Russland den verfügbaren Dieselkraftstoff stärker auf den heimischen Markt konzentrieren. Welche konkreten Auswirkungen eine Verlängerung auf die internationalen Dieselpreise oder die Versorgung anderer Länder hätte, ist in den vorliegenden Informationen nicht ausgeführt.
Die Meldung steht zugleich im größeren politischen Zusammenhang des Ukrainekriegs. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, er werde während der Woche der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York den US-Präsidenten Donald Trump treffen. Selenskyj sucht demnach angesichts verstärkter russischer Angriffe Unterstützung für die Ukraine. Nach Angaben aus seinem Umfeld beziehungsweise einer Mitteilung auf der Plattform X bezeichnete er ein Gespräch mit Trump als wichtig und verband mit dem geplanten Treffen die Erwartung, dass es weitreichende Folgen haben könnte.
Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem angekündigten politischen Treffen und der russischen Dieselregelung wird in den vorliegenden Informationen nicht hergestellt. Im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Maßnahme stehen demnach die Folgen der Angriffe auf russische Raffinerien und die daraus resultierende Entwicklung der heimischen Ölverarbeitung.
Das berichtete zuerst Bloomberg Markets.