Bei überraschenden Gesprächen in New York haben Vertreter Irans und der USA über eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus beraten. Das Treffen am Sitz der Vereinten Nationen dauerte drei Stunden und wurde nach Angaben der vorliegenden Meldung von Katar vermittelt. Eine Einigung wurde nicht bekannt gegeben. Iran widerspricht zugleich der Darstellung, das Land habe frühere Bedingungen für eine Öffnung der wichtigen Meeresstraße aufgegeben.
Auf iranischer Seite nahm Außenminister Abbas Araghchi an den Gesprächen teil. Die Vereinigten Staaten wurden von Steve Witkoff und Jared Kushner vertreten, die als Gesandte von Präsident Donald Trump auftraten. Trump bewertete den Austausch anschließend sehr positiv und stellte in Aussicht, dass bereits bald weitere Gespräche folgen könnten. Genauere Angaben zu möglichen nächsten Terminen oder den konkreten Inhalten der Beratungen liegen bislang nicht vor.
Die Gespräche konzentrierten sich auf die Straße von Hormus. Iran weist nach der Begegnung jedoch zurück, dass seine bisherigen Vorbedingungen für eine Wiederöffnung entfallen seien. Damit bleibt offen, ob die Gespräche zu einer Annäherung bei den strittigen Punkten geführt haben. Auch wurde nicht mitgeteilt, unter welchen Voraussetzungen eine tatsächliche Öffnung erfolgen könnte.
Die Reaktion der Märkte fiel unmittelbar aus. Der Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent sank auf unter 100 US-Dollar. Damit lag er erstmals seit zwei Wochen wieder unter dieser Marke. Ein Zusammenhang mit der Aussicht auf weitere diplomatische Kontakte wurde in der Meldung hergestellt. Angaben zum weiteren Verlauf der Ölpreise oder zu möglichen Auswirkungen auf die Versorgung wurden nicht genannt.
Die US-Seite bezeichnete das Treffen als ermutigend, konstruktiv und erfolgreich. Aus Teheran kam dagegen die Klarstellung, dass die bisherigen Bedingungen nicht aufgegeben worden seien. Beide Darstellungen machen deutlich, dass die Bewertung des Gesprächs unterschiedlich ausfällt. Ob die Begegnung den Beginn eines längerfristigen Verhandlungsprozesses markiert, ist derzeit offen.
Fest steht bislang, dass die Kontakte auf höchster diplomatischer Ebene am UN-Sitz in New York stattfanden und durch Katar ermöglicht wurden. Eine formelle Vereinbarung zur Straße von Hormus oder eine öffentlich bestätigte Zusage für weitere Gespräche wurde nicht bekannt. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- Vertreter Irans und der USA berieten drei Stunden in New York über eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus
- Eine Einigung wurde nicht bekannt; Iran erklärte zudem, seine bisherigen Bedingungen nicht aufgegeben zu haben
- Nach den Gesprächen fiel Brent erstmals seit zwei Wochen unter 100 US-Dollar je Barrel
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