In Paris haben die Staatsanwälte mehrere Ermittlungen eingeleitet, nachdem Beschwerden über mutmaßlich heimliche Videoaufnahmen von Frauen im öffentlichen Raum eingegangen sind. Die Aufnahmen sollen von Personen mit sogenannten Smart Glasses angefertigt worden sein. Damit wächst in Frankreich und anderen europäischen Ländern die Debatte über den Missbrauch der mit Kameras ausgestatteten Brillen.
Nach den vorliegenden Angaben richten sich die Beschwerden gegen Fälle, in denen Frauen ohne ihre Zustimmung gefilmt worden sein sollen. Auch Mädchen sollen betroffen sein. Einige der heimlich aufgenommenen Bilder und Videos tauchten anschließend im Internet auf. Genauere Angaben zu den einzelnen Fällen, zur Zahl der Betroffenen oder zum Stand der Ermittlungen liegen bislang nicht vor.
Smart Glasses können je nach Modell mit Kameras ausgestattet sein und Aufnahmen aus der Perspektive der tragenden Person ermöglichen. Im Zusammenhang mit den nun bekannt gewordenen Beschwerden steht jedoch nicht die technische Entwicklung der Geräte im Vordergrund, sondern deren möglicher Einsatz zur heimlichen Beobachtung und Aufzeichnung anderer Menschen.
Bürgerrechts- und Opferschutzgruppen fordern nach den Berichten ein entschlossenes Vorgehen gegen diese Form der Aufnahme. In mehreren europäischen Ländern wächst der Ruf nach Maßnahmen gegen Geräte, die unauffälliges Filmen erleichtern könnten. Aktivisten verwenden für die umstrittenen Brillen inzwischen eine abwertende Bezeichnung, die auf ihren möglichen Einsatz zum Nachstellen und heimlichen Beobachten von Frauen und Mädchen verweist.
Die Pariser Ermittlungen sollen nun klären, ob und in welchem Umfang Frauen ohne Einwilligung aufgenommen wurden und wie die entsprechenden Aufnahmen verbreitet wurden. Ob es bereits Beschuldigte gibt oder welche konkreten rechtlichen Schritte geprüft werden, wurde nicht mitgeteilt. Fest steht nach den vorliegenden Informationen lediglich, dass die Staatsanwaltschaft nach eingegangenen Beschwerden mehrere Untersuchungen aufgenommen hat.
Der Fall lenkt den Blick auf die Frage, wie der Schutz der Privatsphäre im öffentlichen Raum mit neuen, unauffällig nutzbaren Kameratechnologien gewährleistet werden kann. Die Forderungen nach Maßnahmen beschränken sich dabei nicht auf Frankreich, sondern werden zunehmend auch in anderen Teilen Europas erhoben. Das berichtete zuerst France 24 English.
Kurz zusammengefasst
- Pariser Staatsanwälte ermitteln nach Beschwerden über mutmaßlich heimliche Aufnahmen von Frauen mit Smart Glasses
- Auch Mädchen sollen ohne Zustimmung gefilmt worden sein; einige Aufnahmen tauchten später im Internet auf
- Bürgerrechtsgruppen fordern in Frankreich und anderen europäischen Ländern Maßnahmen gegen unauffälliges Filmen
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