Forschende des Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien haben eine bislang wenig beachtete Fähigkeit sogenannter Transposons untersucht. Die als „springende Gene“ bekannten genetischen Elemente können demnach ähnlich wie Viren zwischen Zellen wandern und dabei fremde Zellen erreichen. Die Ergebnisse weisen auf eine mögliche bislang unterschätzte Rolle der Transposons bei der Evolution hin.
Transposons sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre Position im Erbgut verändern können. Die neue Studie richtet den Blick darüber hinaus auf ihre Fähigkeit, Zellgrenzen zu überwinden. Nach Angaben der Forschenden bewegen sie sich nicht nur innerhalb des genetischen Materials einer Zelle, sondern können auch von einer Zelle in eine andere gelangen.
Damit rückt ein Mechanismus in den Mittelpunkt, der für die Weitergabe genetischer Informationen von Bedeutung sein könnte. Die Ähnlichkeit zu viralen Vorgängen ergibt sich daraus, dass Transposons beim Wechsel zwischen Zellen eine fremde Zellumgebung erreichen. Welche konkreten biologischen Folgen dies in den untersuchten Systemen hat, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.
Die Beobachtung erweitert den Blick auf die Rolle von Transposons in der Evolution. Bisher werden sie vor allem mit Veränderungen innerhalb des Erbguts in Verbindung gebracht. Die Wiener Untersuchung legt nahe, dass ihre Bedeutung auch auf Vorgänge zwischen Zellen bezogen werden muss. Genauere Angaben zu den untersuchten Organismen, zum Versuchsaufbau und zum Ausmaß des möglichen Einflusses liegen bislang nicht vor.
Die Arbeit stammt von Forschenden des IMBA in Wien. Das berichtete zuerst die österreichische Tageszeitung Der Standard.
Kurz zusammengefasst
- IMBA-Forschende in Wien untersuchten die Fähigkeit von Transposons, zwischen Zellen zu wandern
- Die genetischen Elemente können laut Studie Zellgrenzen überwinden und fremde Zellen erreichen
- Die Beobachtung deutet auf eine bislang unterschätzte Rolle der Transposons in der Evolution hin
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