BMW stellt sich auf deutlich höhere Kosten im Zusammenhang mit einem Autokreditskandal in Großbritannien ein. Der Münchner Autobauer hat seine Rückstellungen für mögliche Entschädigungen auf mehr als 600 Millionen Pfund erhöht. Das entspricht rund 710 Millionen Euro.
Hintergrund sind nach vorliegenden Angaben überteuerte Kredite, die britischen Autokäufern über Jahre angeboten worden sein sollen. Für betroffene Kunden wurde ein Entschädigungsprogramm eingerichtet. Wie viele Verbraucher daran beteiligt sind und in welcher Höhe einzelne Zahlungen ausfallen könnten, ist bislang nicht bekannt.
Die nun erhöhte Rückstellung zeigt, dass BMW mit einer erheblichen finanziellen Belastung aus dem Vorgang rechnet. Eine Rückstellung ist zunächst kein bereits ausgezahlter Betrag, sondern eine bilanzielle Vorsorge für erwartete oder mögliche Kosten. Ob die tatsächlich anfallenden Entschädigungen am Ende höher oder niedriger ausfallen, lässt sich auf Grundlage der vorliegenden Informationen nicht sagen.
Der Fall betrifft den britischen Markt, während der Unternehmenssitz von BMW in München liegt. Weitere Einzelheiten zu den Kreditverträgen, dem Ablauf des Entschädigungsprogramms oder den konkreten Vorwürfen liegen in der Meldung nicht vor. Auch Angaben dazu, wann die Zahlungen beginnen oder abgeschlossen werden sollen, sind bislang nicht bekannt.
Für BMW erhöht der Vorgang damit den finanziellen Druck. Die Summe von mehr als 600 Millionen Pfund unterstreicht die mögliche Größenordnung der Folgen für den Konzern. Das berichtete zuerst die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Kurz zusammengefasst
- BMW erhöht Rückstellungen für mögliche Entschädigungen im britischen Autokreditskandal auf mehr als 600 Millionen Pfund
- Britische Autokäufer sollen über Jahre überteuerte Kredite angeboten bekommen haben; für Betroffene läuft ein Entschädigungsprogramm
- Die Rückstellung ist bilanzielle Vorsorge und noch keine ausgezahlte Entschädigung
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