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Großbritannien entgehen laut Studie jährlich bis zu 6,5 Milliarden Pfund im EU-Handel

Fehlende Anerkennung von Produktprüfungen belastet den britischen Export in die EU. Eine Studie des IPPR schätzt die möglichen jährlichen Einbußen auf bis zu 6,5 Milliarden Pfund.

Großbritannien entgehen laut Studie jährlich bis zu 6,5 Milliarden Pfund im EU-Handel
Foto: robergo12 · Pixabay
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Großbritannien verliert nach einer Schätzung des Institute for Public Policy Research (IPPR) jedes Jahr EU-Exporte im Wert von bis zu 6,5 Milliarden Pfund. Grund dafür seien vor allem unterschiedliche Produktvorschriften und fehlende Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung von Prüfungen. Dadurch müssten Unternehmen Waren für den britischen und den europäischen Markt teilweise doppelt testen lassen oder zusätzliche administrative Verfahren durchlaufen.

Nach der Analyse haben einige Firmen den Verkauf in die Europäische Union aufgegeben. Andere gründeten demnach Tochtergesellschaften innerhalb des EU-Binnenmarkts, um die zusätzlichen Hürden beim Export aus Großbritannien zu umgehen. Die fehlende Abstimmung bei den Prüfstandards verursache damit nicht nur Mehraufwand, sondern begrenze auch den Umfang des Handels zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU.

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Das IPPR kommt zu dem Ergebnis, dass die britischen Ausfuhren in die EU ohne diese Belastungen jährlich um bis zu 6,5 Milliarden Pfund höher liegen könnten. Die geschätzte Summe entspricht nach Angaben der Untersuchung 0,18 Prozent des britischen Nationaleinkommens. Die Berechnung ist als Schätzung möglicher zusätzlicher Exporte angelegt; konkrete Angaben zu einzelnen Unternehmen oder bereits aufgegebenen Geschäftsbeziehungen enthält die vorliegende Meldung nicht.

Besonders stark betroffen ist demnach die Automobilindustrie. Die Ausfuhren von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen hätten laut Studie jedes Jahr zwischen 2,48 Milliarden und 3,42 Milliarden Pfund höher ausfallen können. Für elektronische Waren veranschlagt die Untersuchung ein zusätzliches Exportvolumen von 1,17 Milliarden bis 1,67 Milliarden Pfund pro Jahr.

Auch die Pharmaindustrie könnte nach dieser Berechnung deutlich mehr in die EU liefern. Das IPPR schätzt den möglichen jährlichen Zuwachs bei pharmazeutischen Exporten auf 740 Millionen bis 820 Millionen Pfund. Die Spannbreiten zeigen, dass die Untersuchung je nach zugrunde gelegtem Szenario unterschiedliche Entwicklungen berücksichtigt. Genauere Angaben zu den verwendeten Annahmen liegen in der vorliegenden Meldung nicht vor.

Im Mittelpunkt der Kritik steht das Ausbleiben eines Abkommens mit Brüssel, das eine gegenseitige Anerkennung von Produktprüfungen ermöglichen würde. Ein solches Verfahren könnte nach Einschätzung der Studie verhindern, dass Hersteller dieselben Waren für unterschiedliche Märkte erneut testen lassen müssen. Die britischen Regierungen hätten es nach Darstellung des IPPR bislang nicht geschafft, eine entsprechende Vereinbarung zu sichern.

Die Untersuchung reiht sich in die Versuche ein, die Handelsverluste Großbritanniens im Verhältnis zur Europäischen Union nach dem Brexit zu beziffern. Dabei geht es in diesem Fall ausdrücklich um die Auswirkungen unterschiedlicher Produktregeln und zusätzlicher Prüfanforderungen. Andere mögliche Ursachen für Veränderungen im bilateralen Handel werden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.

Das berichtete zuerst The Guardian World unter Berufung auf die Analyse des britischen Thinktanks IPPR.

Kurz zusammengefasst

  • Laut IPPR könnten Großbritanniens EU-Exporte ohne zusätzliche Hürden jährlich um bis zu 6,5 Milliarden Pfund höher liegen
  • Unterschiedliche Produktregeln und fehlende Anerkennung von Prüfungen zwingen Firmen zu Doppeltests und mehr Bürokratie
  • Besonders betroffen sind Auto-, Elektronik- und Pharmaexporte; Firmen gaben EU-Verkäufe auf oder gründeten dort Tochtergesellschaften
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