Bei einer neuen Offensive der Huthi im Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit dem vergangenen Monat mindestens 125 Zivilisten getötet oder verletzt worden. Besonders betroffen ist die Provinz Marib, wo die von den Kämpfen geflohenen Menschen in drei getrennten Angriffen auf Vertriebenenlager ebenfalls ins Visier genommen wurden.
Das teilte das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte mit. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte demnach, seine Behörde habe seit der Wiederaufnahme der Angriffe durch die Huthi Anfang August den Tod von 32 Zivilisten dokumentiert. Unter den Getöteten seien 15 Kinder und drei Frauen.
Die von den Huthi kontrollierten oder unterstützten militärischen Aktivitäten haben damit nach UN-Einschätzung erneut unmittelbare Folgen für die Zivilbevölkerung. Neben den gemeldeten Todesfällen wurden demnach weitere Menschen verletzt. Die UN fasst die Zahl der seit Beginn der jüngsten Offensive getöteten oder verwundeten Zivilisten mit mindestens 125 an. Genauere Angaben zur Verteilung zwischen Toten und Verletzten sowie zu den einzelnen Vorfällen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Besondere Sorge gilt den Lagern in der Provinz Marib. Dort halten sich Menschen auf, die vor den Kämpfen in andere Gebiete geflohen sind. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros wurden diese Unterkünfte in drei voneinander getrennten Angriffen getroffen. Weitere Einzelheiten zu den Schäden, den eingesetzten Waffen oder zur Zahl der Opfer in den Lagern wurden zunächst nicht genannt.
Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund der erneuten Angriffe der Huthi, die laut UN Anfang August wieder aufgenommen wurden. Die Gruppe wird in der Mitteilung als vom Iran unterstützt beschrieben. Ob die dokumentierten Todesfälle und Verletzungen ausschließlich auf die Angriffe in der Provinz Marib zurückgehen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Der Jemen leidet seit Jahren unter einem bewaffneten Konflikt, in dem wiederholt auch Zivilisten betroffen sind. Die aktuelle UN-Mitteilung konzentriert sich auf die Folgen der neuen Offensive und nennt keine weitergehenden Angaben zu den militärischen Abläufen oder zu möglichen Reaktionen anderer Konfliktparteien. Das berichtete zuerst Arab News unter Berufung auf die Angaben der Vereinten Nationen.
Kurz zusammengefasst
- Seit Beginn der Huthi-Offensive wurden laut UN mindestens 125 Zivilisten getötet oder verletzt
- Die UN dokumentierte seit Anfang August 32 Tote, darunter 15 Kinder und drei Frauen
- In der Provinz Marib wurden Vertriebenenlager bei drei getrennten Angriffen getroffen
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