Der Logistikkonzern Kühne+Nagel will sich zeitnah mit seiner Rolle während der nationalsozialistischen Herrschaft beschäftigen. Das bestätigte der Verwaltungsrat des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Umfang Kühne+Nagel an Transporten von Gütern beteiligt war, die Verfolgten des NS-Regimes abgenommen worden waren.
Die geplante Untersuchung soll damit einen Abschnitt der Unternehmensgeschichte beleuchten, der bislang nicht abschließend geklärt ist. Nach den vorliegenden Informationen geht es insbesondere um beschlagnahmte Besitztümer, die während der NS-Zeit transportiert wurden. Genauere Angaben zu Umfang, Abläufen und Verantwortlichkeiten liegen bislang nicht vor.
Zur historischen Aufarbeitung gehört zudem die Beschäftigung mit Adolf Maass. Der jüdische Mitgesellschafter des Unternehmens war von der Verfolgung durch das NS-Regime betroffen. Was mit ihm geschah, ist nach den vorliegenden Informationen weiterhin unklar. Die Untersuchung soll offenbar dazu beitragen, diese offenen Fragen zur Unternehmens- und Familiengeschichte zu klären.
Mit der Ankündigung reagiert Kühne+Nagel auf die anhaltende Auseinandersetzung mit der Rolle deutscher Unternehmen im Nationalsozialismus. Welche Form die Untersuchung annehmen soll und wer sie durchführen wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch ein konkreter Zeitplan für die Ergebnisse ist bislang nicht bekannt.
Die Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit betrifft damit sowohl die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens als auch das Schicksal eines jüdischen Mitgesellschafters. Weitere Einzelheiten zu den historischen Vorgängen und zu möglichen Ergebnissen der Aufarbeitung liegen derzeit nicht vor. Das berichtete zuerst WELT.
Kurz zusammengefasst
- Kühne+Nagel will zeitnah seine Rolle während der NS-Herrschaft untersuchen lassen
- Im Fokus stehen Transporte von Gütern, die NS-Verfolgten abgenommen und beschlagnahmt worden waren
- Die Aufarbeitung soll auch das Schicksal des jüdischen Mitgesellschafters Adolf Maass klären
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