Die Niederlande arbeiten an einer internationalen Initiative zur medizinischen Evakuierung von mindestens 1000 kranken und verletzten Kindern aus dem Gazastreifen. Das kündigte der niederländische Minister für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit, Sjoerd Sjoerdsma, in einem Interview mit Arab News an. Zugleich forderte er Israel angesichts des Leids der Kinder zu einer Kursänderung auf.
Die geplante Evakuierung ist Teil der diplomatischen Bemühungen der niederländischen Regierung, eine internationale Koalition für die medizinische Versorgung der betroffenen Kinder aufzubauen. Genauere Angaben dazu, welche Länder sich beteiligen, wann die Ausreisen beginnen könnten oder wohin die Kinder gebracht werden sollen, liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Nach Angaben des Ministers waren die Niederlande lange Zeit einer der engsten Verbündeten Israels in Europa. Das Verhältnis zur israelischen Regierung habe jedoch wegen des Krieges einen Tiefpunkt erreicht. Sjoerdsma stellte die humanitäre Lage der Kinder in den Mittelpunkt und verwies auf das Ausmaß des Leidens im Gazastreifen.
Die Initiative konzentriert sich damit auf einen begrenzten, medizinisch begründeten Teil der humanitären Hilfe. Sie soll schwer kranken und verletzten Kindern eine Behandlung außerhalb des Gazastreifens ermöglichen. Weitere Einzelheiten zum Auswahlverfahren, zur Organisation der Transporte oder zur Finanzierung wurden nicht genannt.
Sjoerdsma äußerte sich am Rande der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Die Aussagen fallen in einen zunehmend angespannten diplomatischen Kontext zwischen den Niederlanden und Israel. Ob aus dem niederländischen Vorstoß bereits konkrete Vereinbarungen mit anderen Staaten oder den zuständigen Stellen vor Ort hervorgegangen sind, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Das berichtete zuerst Arab News.
Kurz zusammengefasst
- Die Niederlande planen die medizinische Evakuierung von mindestens 1000 kranken und verletzten Kindern aus Gaza
- Außenhandelsminister Sjoerd Sjoerdsma will dafür eine internationale Koalition zur Versorgung der Kinder aufbauen
- Details zu beteiligten Ländern, Start, Zielorten und Transporten sind bislang nicht bekannt
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