An der kalifornischen Küste wächst die Sorge vor den möglichen Folgen einer großräumigen Kelvin-Welle im Pazifik. Das langsam voranschreitende Meeresphänomen könnte den Meeresspiegel entlang der Küste in den kommenden Monaten um bis zu 30 Zentimeter anheben. Dadurch könnten Sturmfluten und Überschwemmungen während eines sich verstärkenden El Niño zusätzlich begünstigt werden.
Nach den vorliegenden Angaben entwickelt sich derzeit ein außergewöhnlich starker El Niño. Das Wetter- und Meeresphänomen verändert die Bedingungen im Pazifik und kann dazu führen, dass sich warmes Wasser an der Küste sammelt. Die Kelvin-Welle wird dabei als eine gewaltige, sehr langsam wandernde Verlagerung von Wassermassen beschrieben, die sich über große Teile des Ozeans erstrecken kann.
Ausgelöst wird dieser Prozess demnach dadurch, dass die normalerweise von Südamerika in Richtung Asien wehenden Passatwinde während eines El-Niño-Jahres schwächer werden, ausbleiben oder ihre Richtung umkehren. Die veränderten Windverhältnisse setzen die Wassermassen im Pazifik in Bewegung. In der Folge kann sich warmes Wasser an der amerikanischen Pazifikküste aufstauen und den Meeresspiegel vorübergehend erhöhen.
Für Kalifornien könnte dieser zusätzliche Anstieg die Auswirkungen von Stürmen verschärfen. Treffen höhere Wasserstände auf starke Winde und Sturmfluten, steigt das Risiko, dass Küstenbereiche überflutet werden. Genauere Angaben dazu, welche Orte oder Regionen besonders betroffen sein könnten, liegen bislang nicht vor. Auch der genaue Zeitpunkt und das tatsächliche Ausmaß der möglichen Auswirkungen werden in den vorliegenden Informationen nicht näher beziffert.
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit der weiteren Verstärkung von El Niño. Das Phänomen beeinflusst die Verteilung von Wärme und Wasser im Pazifik und kann dadurch auch die Bedingungen an weit entfernten Küsten verändern. Die Kelvin-Welle selbst bewegt sich vergleichsweise langsam, weshalb ihre möglichen Folgen nicht als plötzliches Einzelereignis beschrieben werden, sondern sich im Verlauf der kommenden Monate zeigen könnten.
Wissenschaftler beobachten deshalb insbesondere das Zusammenspiel aus erhöhtem Meeresspiegel, warmem Küstenwasser und möglichen Stürmen. Ob und in welchem Umfang es zu Überschwemmungen kommt, hängt von der weiteren Entwicklung der Meeres- und Wetterbedingungen ab. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- Eine Kelvin-Welle könnte den Meeresspiegel an Kaliforniens Küste in den kommenden Monaten um bis zu 30 Zentimeter anheben
- Der außergewöhnlich starke El Niño schwächt oder dreht Passatwinde und staut warmes Wasser an der US-Pazifikküste
- Höhere Wasserstände könnten bei Stürmen und Sturmfluten Küstenüberflutungen begünstigen; betroffene Orte sind noch unklar
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