Rebellen der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) sind in der äthiopischen Region Afar weiter in Richtung Afdera vorgestoßen. Zuvor hatten sie nach vorliegenden Informationen Erebti eingenommen. Für die Region werden inzwischen mindestens 150.000 Menschen als möglicherweise vertrieben eingeschätzt. Genauere Angaben zum Ausmaß der Fluchtbewegung liegen bislang nicht vor.
Der Vorstoß verschärft den bewaffneten Konflikt im Norden Äthiopiens und verlagert die Kämpfe in ein Gebiet von strategischer Bedeutung. Die Offensive zielt demnach auf den Korridor nach Dschibuti. Über diese Verbindung läuft nahezu der gesamte internationale Handel Äthiopiens. Eine Gefährdung der Route könnte damit den Zugang des Landes zu seinen wichtigsten Handelswegen beeinträchtigen.
Für die TPLF könnte die Kontrolle oder Bedrohung des Korridors ein Druckmittel gegenüber der äthiopischen Bundesregierung darstellen. Ob und in welchem Umfang die Handelsverbindung bereits beeinträchtigt ist, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Auch Angaben zu möglichen Gegenmaßnahmen der Regierung oder zum weiteren Verlauf der Kämpfe liegen bislang nicht vor.
Die Entwicklung in Afar ist zugleich mit einer erheblichen humanitären Belastung verbunden. Sollte sich die Einschätzung von mindestens 150.000 Vertriebenen bestätigen, wäre ein großer Teil der Bevölkerung in der Region von den Folgen der Offensive betroffen. Wo die Menschen Zuflucht gesucht haben und wie sie versorgt werden, ist derzeit nicht bekannt.
Die äthiopische Regierung macht im Zusammenhang mit der Eskalation den Angaben zufolge Nachbarstaaten mitverantwortlich. Welche Länder konkret gemeint sind und worauf sich die Vorwürfe stützen, wird in den vorliegenden Informationen nicht näher erläutert. Das berichtete zuerst Euronews.
Kurz zusammengefasst
- TPLF-Rebellen rückten in Afar bis nahe Afdera vor und nahmen zuvor Erebti ein
- Mindestens 150.000 Menschen könnten durch die Offensive in Afar vertrieben worden sein
- Die Kämpfe bedrohen den Korridor nach Dschibuti, über den fast Äthiopiens gesamter internationaler Handel läuft
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