Unternehmen in der Europäischen Union müssen sich auf deutlich höhere finanzielle Konsequenzen bei Korruptionsverstößen einstellen. Eine neue EU-Anti-Korruptionsrichtlinie sieht vor, Geldbußen stärker am Umsatz eines Unternehmens auszurichten. Dadurch soll Korruption für Unternehmen spürbar teurer werden.
Der Ansatz verändert den Maßstab für mögliche Sanktionen. Statt Geldbußen ausschließlich in festen oder vergleichbaren Beträgen festzulegen, soll künftig die wirtschaftliche Größe eines betroffenen Unternehmens stärker berücksichtigt werden. Für umsatzstarke Unternehmen könnten Verstöße damit erheblich höhere finanzielle Folgen haben als bisher.
Die geplanten Regeln sehen zugleich Anreize für Unternehmen vor, bei der Aufklärung von Korruptionsfällen mitzuwirken. Unternehmen, die mit den zuständigen Behörden kooperieren, sollen dafür belohnt werden. Wie diese Belohnungen konkret ausgestaltet werden und unter welchen Voraussetzungen sie greifen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die Richtlinie ist Teil der Bemühungen der Europäischen Union, Korruption innerhalb des europäischen Rechtsraums konsequenter zu bekämpfen. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die abschreckende Wirkung höherer Strafen als auch ein stärkerer Anreiz zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung möglicher Verstöße.
Genauere Angaben zum weiteren Verfahren, zum Zeitpunkt des Inkrafttretens und zur konkreten Höhe der vorgesehenen Geldbußen liegen bislang nicht vor. Ebenso ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich, welche weiteren Pflichten oder Sanktionen die Richtlinie für Unternehmen enthalten soll.
Über die geplanten EU-Regeln berichtete zuerst DER STANDARD.
Kurz zusammengefasst
- Eine neue EU-Anti-Korruptionsrichtlinie soll Geldbußen stärker am Umsatz von Unternehmen ausrichten
- Umsatzstarke Unternehmen könnten bei Korruptionsverstößen deutlich höhere finanzielle Folgen treffen als bisher
- Unternehmen sollen durch Kooperation mit Behörden bei der Aufklärung von Korruptionsfällen belohnt werden
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