Rechenzentren können nach Einschätzung einer Studie der Technischen Universität Wien zu einer Hürde für die Energiewende werden. Angesichts ihres hohen Strombedarfs müssten sich die Anlagen stärker an den Möglichkeiten und Grenzen der Stromnetze anpassen, heißt es in der Untersuchung.
Rechenzentren bilden die technische Grundlage für zahlreiche digitale Dienste. Mit dem wachsenden Einsatz von Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz steigt zugleich die Bedeutung leistungsfähiger Anlagen zur Verarbeitung und Speicherung großer Datenmengen. Die damit verbundene Nachfrage nach Strom stellt die Energieplanung vor zusätzliche Herausforderungen.
Nach Angaben der Studie ist deshalb nicht allein entscheidend, wo neue Rechenzentren errichtet werden. Ebenso wichtig sei, ob die jeweiligen Standorte in bestehende Netze integriert werden können und wie sich ihr Strombedarf mit der verfügbaren Infrastruktur vereinbaren lässt. Genauere Angaben zu den untersuchten Kapazitäten, Standorten oder möglichen Ausbaufristen liegen in der vorliegenden Meldung nicht vor.
Die Entwicklung in den Vereinigten Staaten zeigt laut der Untersuchung eine weitere Folge des steigenden Energiebedarfs. Dort habe der Boom bei künstlicher Intelligenz zu einer Renaissance von Gaskraftwerken geführt. Der wachsende Bedarf an elektrischer Leistung kann demnach dazu beitragen, dass gasbetriebene Anlagen wieder stärker in den Blick geraten.
Damit berührt die Entwicklung der Rechenzentren nicht nur Fragen der digitalen Infrastruktur, sondern auch die energiepolitischen Ziele. Wenn zusätzliche Stromnachfrage kurzfristig durch fossile Kraftwerke gedeckt wird, kann dies den Übergang zu einer klimaverträglicheren Energieversorgung erschweren. Die Studie stellt dabei den Zusammenhang zwischen dem Ausbau digitaler Anwendungen, der Belastbarkeit der Stromnetze und der weiteren Entwicklung des Energiesystems heraus.
Welche konkreten politischen oder technischen Maßnahmen daraus folgen sollten, geht aus der vorliegenden Zusammenfassung nicht hervor. Fest steht nach der Untersuchung jedoch, dass der Ausbau von Rechenzentren nicht unabhängig von der Energieinfrastruktur betrachtet werden kann. Das berichtete zuerst DER STANDARD.
Kurz zusammengefasst
- Eine Studie der TU Wien warnt, dass Rechenzentren wegen ihres hohen Strombedarfs die Energiewende bremsen können
- Neue Rechenzentren müssen laut Studie in bestehende Stromnetze integrierbar sein und zur verfügbaren Infrastruktur passen
- Der KI-Boom in den USA hat laut Untersuchung eine Renaissance von Gaskraftwerken begünstigt
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