Jordan Bardella, Vorsitzender der französischen rechtsnationalen Partei Rassemblement National (RN), weist den Vorwurf antisemitischer Äußerungen aus dem Jahr 2013 zurück. Zugleich hat der 31-Jährige wegen der Anschuldigungen eine Verleumdungsklage eingereicht. Auslöser ist ein Bericht der französischen Investigativplattform Mediapart, wonach Bardella damals in einem Chat antisemitische Aussagen verfasst haben soll.
Mediapart zufolge sollen die Äußerungen schriftlich gefallen sein. In dem Bericht werden Bardella unter anderem pauschale und menschenfeindliche Aussagen über Juden sowie eine Verbindung zwischen Judentum und Zionismus zugeschrieben. Die konkreten Umstände des Chats und der Zusammenhang, in dem die Beiträge entstanden sein sollen, werden in den vorliegenden Informationen nicht näher erläutert.
Bardella bezeichnete die Vorwürfe als falsch. Mit seiner Klage richtet er sich gegen die Veröffentlichung und geht juristisch gegen die Darstellung vor. Ob und wann ein Gericht die Vorwürfe oder die behauptete Fälschung der Äußerungen prüfen wird, ist den vorliegenden Angaben zufolge nicht bekannt. Auch genauere Informationen zum Verfahren liegen bislang nicht vor.
Der Streit trifft einen der wichtigsten Politiker der französischen Rechten. Bardella steht dem Rassemblement National vor und gilt als enger Verbündeter von Marine Le Pen. In Frankreich wird er nach den vorliegenden Informationen als möglicher Premierminister gehandelt, sollte Le Pen politisch erfolgreich sein. Die Auseinandersetzung über die angeblichen Chatnachrichten fällt damit in eine Phase, in der Bardella eine herausgehobene Rolle innerhalb des RN einnimmt.
Die Vorwürfe und ihre Zurückweisung stehen sich bislang gegenüber. Mediapart hält an seiner Darstellung fest, während Bardella die Authentizität beziehungsweise die Grundlage der Anschuldigungen bestreitet. Eine unabhängige Klärung der behaupteten Aussagen ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Über den Fall berichtete SCMP World und verwies dabei auf die Recherche von Mediapart.
Kurz zusammengefasst
- Jordan Bardella weist Vorwürfe antisemitischer Chat-Aussagen aus dem Jahr 2013 als falsch zurück
- Bardella reichte wegen der Veröffentlichung von Mediapart eine Verleumdungsklage ein
- Der RN-Vorsitzende gilt als enger Verbündeter Marine Le Pens und möglicher Premierminister
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