Frankreich will im kommenden Jahr nach Angaben der staatlichen Schuldenverwaltung so viele Anleihen ausgeben wie nie zuvor. Geplant ist eine Kreditaufnahme von 340 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass umfangreiche, während der Covid-19-Pandemie aufgenommene Schulden zur Rückzahlung fällig werden und refinanziert werden müssen.
Die französische Regierung beabsichtigt, die Anleihen an Investoren zu verkaufen. Mit den Einnahmen sollen unter anderem die auslaufenden Verbindlichkeiten ersetzt werden. Genauere Angaben zur zeitlichen Aufteilung der geplanten Emissionen oder zu den einzelnen Anleihearten liegen bislang nicht vor.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Aufmerksamkeit für die Entwicklung des französischen Staatsdefizits. Auch die Kosten der Kreditaufnahme stehen im Fokus. Steigende Zinssätze können die Finanzierung bestehender und neuer Schulden verteuern. Welche konkreten Auswirkungen die geplante Rekordaufnahme auf den französischen Haushalt haben wird, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Dass ein besonders hoher Refinanzierungsbedarf entsteht, hängt nach Angaben der Schuldenverwaltung mit der Rückzahlung von Krediten aus der Zeit der Covid-19-Pandemie zusammen. Diese Verbindlichkeiten müssen bei ihrer Fälligkeit entweder aus dem Haushalt beglichen oder durch neue Schulden ersetzt werden. Frankreich setzt dabei auf den Verkauf weiterer Staatsanleihen.
Die geplante Summe markiert den Angaben zufolge einen Rekord bei der jährlichen Kreditaufnahme des Landes. Ob und in welchem Umfang sich die tatsächliche Finanzierung am Ende von den bisherigen Planungen unterscheiden wird, ist nicht bekannt. Ebenso liegen keine Angaben dazu vor, wie Investoren auf das angekündigte Volumen reagiert haben.
Die Mitteilung der staatlichen Schuldenverwaltung fiel in eine Phase, in der die französische Haushaltslage und die Höhe der Finanzierungskosten verstärkt beobachtet werden. Weitere Einzelheiten zum vorgesehenen Schuldenmanagement wurden in der vorliegenden Meldung nicht genannt. Das berichtete zuerst France 24 English.
Kurz zusammengefasst
- Frankreich plant für das kommende Jahr eine Rekordaufnahme von 340 Milliarden Euro über neue Staatsanleihen
- Ein wesentlicher Grund sind fällige Covid-19-Schulden, die refinanziert oder aus dem Haushalt bezahlt werden müssen
- Details zur zeitlichen Aufteilung, den Anleihearten und den Folgen für den Haushalt sind bislang offen
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