In England und Wales sollen in den kommenden Wochen rund 2.000 Gefangene vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Bewährungshelfer warnen, dass viele von ihnen möglicherweise keine Unterkunft haben und das Bewährungssystem Schwierigkeiten bekommen könnte, die Betroffenen ausreichend zu überwachen.
Die ersten Entlassungen sind für Donnerstag vorgesehen. Nach Angaben der vorliegenden Meldung handelt es sich unter den Freizulassenden auch um Täter häuslicher Gewalt und um Personen, die wegen Gewaltdelikten inhaftiert sind. Für die Bewährungshilfe erhöht sich damit der Aufwand, weil die Entlassenen außerhalb des Gefängnisses betreut und kontrolliert werden müssen.
Ein wesentlicher Engpass sind offenbar fehlende Plätze in Wohnheimen und anderen betreuten Unterkünften. Bewährungshelfer befürchten, dass ein Teil der Gefangenen deshalb ohne festen Wohnort dastehen könnte. Genauere Angaben dazu, wie viele Unterbringungsplätze fehlen oder wie viele Menschen konkret von Obdachlosigkeit bedroht sind, liegen bislang nicht vor.
Die geplanten Freilassungen sind Teil eines größeren Programms, mit dem die Überbelegung der Gefängnisse abgebaut werden soll. Über den Zeitraum eines Jahres sollen zusätzlich zu den zunächst vorgesehenen 2.000 Gefangenen weitere rund 3.000 Menschen schrittweise vorzeitig entlassen werden. Ursprünglich war laut der Meldung von insgesamt 6.000 zusätzlichen vorzeitigen Entlassungen die Rede. Diese Zahl wurde nach einem Eingreifen des Premierministers Andy Burnham reduziert.
Für das Bewährungssystem bedeutet die Maßnahme eine zusätzliche Belastung. Die zuständigen Mitarbeiter müssen die Entlassenen begleiten und zugleich mögliche Risiken im Blick behalten. Besonders sensibel ist die Situation bei Menschen, die wegen häuslicher Gewalt oder anderer Gewaltdelikte verurteilt wurden. Ob für alle Betroffenen rechtzeitig geeignete Unterkünfte, Betreuungsangebote und ausreichende Kapazitäten bei der Bewährungshilfe bereitstehen, bleibt nach den vorliegenden Informationen offen.
Die Warnungen richten sich damit nicht grundsätzlich gegen jede vorzeitige Haftentlassung, sondern vor allem gegen deren praktische Umsetzung unter den bestehenden Bedingungen. Ohne eine gesicherte Unterkunft kann es für die zuständigen Behörden schwieriger werden, Kontakt zu den Entlassenen zu halten und Auflagen der Bewährung zu kontrollieren. Welche zusätzlichen Maßnahmen zur Entlastung der Bewährungshelfer geplant sind, geht aus der Meldung nicht hervor.
Die Freilassungen sollen in mehreren Stufen erfolgen. Für die nächsten zwölf Monate wird mit insgesamt etwa 5.000 vorzeitig entlassenen Gefangenen gerechnet. Die Angaben beziehen sich auf England und Wales im Vereinigten Königreich. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- In England und Wales sollen in den kommenden Wochen rund 2.000 Gefangene vorzeitig entlassen werden
- Bewährungshelfer warnen vor fehlenden Unterkünften und Problemen bei der Überwachung der Entlassenen
- Über zwölf Monate sollen insgesamt etwa 5.000 Gefangene freikommen, weniger als ursprünglich geplante 6.000
Kommentare (0)