Vernetzte Fahrzeuge können nach Einschätzung des niederländischen Geheimdienstes AIVD zum Spionieren genutzt werden. Die Behörde warnt davor, dass feindliche Staaten unter Umständen auf Kameras, Mikrofone oder GPS-Systeme moderner Autos zugreifen könnten. Autofahrer sollten sich der damit verbundenen Sicherheitsrisiken bewusst sein.
Die niederländische General Intelligence and Security Service rief zu größerer Aufmerksamkeit im Umgang mit den digitalen Funktionen moderner Fahrzeuge auf. Dabei geht es um Ausstattungen, die in vielen Autos der Kommunikation, Navigation oder Unterstützung des Fahrers dienen. Nach Einschätzung des AIVD könnten diese technischen Systeme jedoch auch für nachrichtendienstliche Zwecke missbraucht werden.
Besonders sensibel sind laut der Warnung die in Fahrzeugen verbauten Mikrofone. Sie könnten demnach aus der Ferne aktiviert werden, um Gespräche im Innenraum mitzuhören. Auch Kameras und Ortungsfunktionen werden als mögliche Einfallstore genannt. Genauere Angaben dazu, welche Fahrzeuge oder Systeme konkret betroffen sein könnten, liegen bislang nicht vor.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund von Bedenken gegenüber Importen aus China. Ob sich der Hinweis des AIVD auf bestimmte Hersteller, Modelle oder technische Plattformen bezieht, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Ebenso bleibt offen, ob der Geheimdienst konkrete Spionagefälle in Verbindung mit Fahrzeugen festgestellt hat.
Für Autofahrer bedeutet die Einschätzung vor allem, dass digitale Fahrzeugfunktionen nicht nur als Komfort- oder Sicherheitsausstattung betrachtet werden sollten. Welche Schutzmaßnahmen Nutzer ergreifen können oder ob Änderungen an den Systemeinstellungen empfohlen werden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- Der niederländische Geheimdienst AIVD warnt, dass vernetzte Autos für Spionage missbraucht werden könnten
- Feindliche Staaten könnten laut AIVD aus der Ferne auf Mikrofone, Kameras und GPS-Systeme zugreifen
- Unklar ist, welche Fahrzeuge betroffen sind und ob konkrete Spionagefälle festgestellt wurden
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