Die Vereinten Nationen müssen ihre Friedenseinsätze weltweit wegen eines erheblichen Finanzierungsdefizits um rund 25 Prozent ihrer Kapazitäten reduzieren. Nach Angaben von Jean-Pierre Lacroix, dem Leiter der UN-Friedensmissionen, steht dabei auch der ausstehende US-Beitrag von rund drei Milliarden US-Dollar im Mittelpunkt. Trotz dieser offenen Summe bezeichnete Lacroix die Vereinigten Staaten als weiterhin sehr wichtigen Partner der Vereinten Nationen.
Die finanziellen Engpässe wirken sich unmittelbar auf die Möglichkeiten der Missionen aus. Welche konkreten Einsätze oder Aufgabenbereiche von den Kürzungen betroffen sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Fest steht jedoch, dass die Vereinten Nationen ihre operative Leistungsfähigkeit weltweit einschränken müssen.
Lacroix verteidigte zugleich den grundsätzlichen Nutzen der Friedensmissionen. Die Ausgaben für die UN-Einsätze entsprächen lediglich etwa 0,2 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Aus seiner Sicht stehen die Kosten damit in einem günstigen Verhältnis zu den Aufgaben, die die Missionen erfüllen sollen.
Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Finanzierung der UN-Friedenseinsätze besonders unter Druck steht. Der Rückstand bei den Beiträgen erschwert die Planung und begrenzt den Handlungsspielraum der Organisation. Genauere Angaben dazu, wie lange die Einschränkungen andauern oder wann mit einer Verbesserung der Finanzlage zu rechnen ist, liegen bislang nicht vor.
Trotz der offenen US-Zahlungen hob der UN-Friedenssicherungschef die fortbestehende Zusammenarbeit mit Washington hervor. Damit wies er zugleich darauf hin, dass die Rolle der Vereinigten Staaten für die UN-Friedensarbeit nach wie vor erheblich ist. Das berichtete zuerst France 24 English.
Kurz zusammengefasst
- Die UN müssen ihre Friedenseinsätze wegen eines Finanzierungsdefizits um rund 25 Prozent ihrer Kapazitäten reduzieren
- Den UN fehlt ein ausstehender US-Beitrag von rund drei Milliarden US-Dollar
- Jean-Pierre Lacroix verteidigt die Einsätze: Ihre Kosten entsprechen etwa 0,2 Prozent der weltweiten Militärausgaben
Kommentare (0)