Europäische Polizeibehörden sind gemeinsam gegen die Ransomware-Gruppierung KillSec vorgegangen. Nach Angaben der Polizei Hamburg wurden drei Tatverdächtige festgenommen, darunter ein 16-Jähriger. Außerdem durchsuchten die Ermittler acht Objekte in Griechenland, Rumänien, Spanien und dem Vereinigten Königreich.
Die Operation wurde international koordiniert und von der Polizei Hamburg mitgetragen. Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte nach bisherigem Stand Server, verschiedene Endgeräte und Datenbestände sicher. Auch Vermögenswerte wurden beschlagnahmt. Genauere Angaben dazu, um welche Gegenstände oder welche finanziellen Werte es sich handelt, liegen bislang nicht vor.
Die Maßnahmen richteten sich gegen eine Gruppierung aus dem Bereich der Cyberkriminalität. Der Begriff Ransomware bezeichnet Schadprogramme, die Daten oder Computersysteme sperren beziehungsweise verschlüsseln können. Zu den konkreten Vorwürfen gegen die drei Festgenommenen sowie zu möglichen betroffenen Opfern machte die Polizei in den vorliegenden Informationen keine näheren Angaben.
Auch die Identität der Verdächtigen und ihre mutmaßlichen Rollen innerhalb der Gruppierung wurden zunächst nicht mitgeteilt. Unklar ist zudem, in welchem Land die Festnahmen erfolgten und welche weiteren Ermittlungsmaßnahmen nun folgen. Die Sicherstellung von Servern, Endgeräten und Datenbeständen dürfte den Ermittlern grundsätzlich ermöglichen, die technische Infrastruktur und mögliche Abläufe der Gruppierung auszuwerten. Ob daraus weitere Tatverdächtige oder zusätzliche Verfahren hervorgehen, ist derzeit offen.
Die Durchsuchungen in mehreren europäischen Staaten verdeutlichen den grenzüberschreitenden Charakter des Vorgehens gegen Cybercrime-Gruppen. Für die Strafverfolgung ist dabei die Zusammenarbeit verschiedener nationaler Behörden erforderlich, da technische Infrastruktur, Tatverdächtige und mögliche Geschädigte in unterschiedlichen Ländern angesiedelt sein können. Zu den an der Aktion beteiligten Behörden außerhalb Hamburgs wurden in der vorliegenden Mitteilung keine weiteren Einzelheiten genannt.
Die Festnahmen und Durchsuchungen bedeuten zunächst den Stand der Ermittlungen. Angaben zu Anklagen, gerichtlichen Entscheidungen oder einer möglichen Verurteilung der Tatverdächtigen liegen nicht vor. Es gilt daher die Unschuldsvermutung. Das berichteten die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf die Mitteilung der Polizei Hamburg.
Kurz zusammengefasst
- Drei Tatverdächtige, darunter ein 16-Jähriger, wurden im Vorgehen gegen KillSec festgenommen
- Ermittler durchsuchten acht Objekte in Griechenland, Rumänien, Spanien und dem Vereinigten Königreich
- Sichergestellt wurden Server, Endgeräte, Datenbestände und Vermögenswerte, ohne nähere Angaben zu deren Umfang
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