Die Kosten eines möglichen neuen Kernkraftwerks in der Schweiz sorgen weiter für Streit unter Fachleuten. Nachdem bereits eine Gruppe von Wissenschaftlern der ETH die Berechnungen der Akademien der Wissenschaften infrage gestellt hatte, übt nun auch ein früherer Spitzenbeamter der Schweizer Atomaufsicht grundlegende Kritik an der Studie. Im Raum steht eine Kostenschätzung von 43 Milliarden für ein neues Kernkraftwerk.
Der ehemalige Leiter der Atomaufsicht wendet sich damit gegen die wirtschaftlichen Berechnungen der Akademien. Nach den vorliegenden Informationen bezweifelt er offenbar zentrale Annahmen der Studie. Genauere Angaben dazu, welche Bestandteile der Kalkulation er beanstandet und wie hoch seine eigene Schätzung ausfällt, liegen bislang nicht vor.
Die Akademien der Wissenschaften weisen die Kritik entschieden zurück. Damit setzt sich der Expertenstreit über die finanziellen Konsequenzen eines Neubaus fort. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie belastbar die Berechnungen zu den Kosten eines neuen Atomkraftwerks sind und welche Annahmen ihnen zugrunde liegen.
Die Auseinandersetzung fällt in eine breitere Debatte über die künftige Energiepolitik der Schweiz. Die vorliegenden Informationen enthalten jedoch keine Angaben zu politischen Entscheidungen, einem konkreten Bauprojekt oder einem Zeitplan. Auch ist nicht näher bekannt, ob und in welcher Form die kritisierte Studie überarbeitet werden soll.
Über den Streit und die Einwände gegen die Studie berichtete zuerst die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).
Kurz zusammengefasst
- Für ein mögliches neues Schweizer Kernkraftwerk steht eine Kostenschätzung von 43 Milliarden im Raum
- Ein früherer Leiter der Schweizer Atomaufsicht bezweifelt zentrale Annahmen der Kostenstudie
- Die Akademien der Wissenschaften weisen die Kritik zurück und setzen den Expertenstreit fort
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