Usbekistan stattet in der Hauptstadt Taschkent 26 Schulen mit Smart-Kameras aus. Die biometrische Technik soll nach offizieller Darstellung dazu beitragen, die Bildung zu stärken. Zugleich wirft das Vorhaben grundsätzliche Fragen zum Einsatz künstlicher Intelligenz und zur Überwachung von Schülerinnen und Schülern auf.
Das Projekt verbindet den Schulalltag mit einem technischen Überwachungssystem. Welche biometrischen Merkmale konkret erfasst werden, wie die Kameras arbeiten und wie die dabei entstehenden Daten verarbeitet werden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Auch genauere Angaben zu Zeitplan, Kosten oder den beteiligten Behörden liegen bislang nicht vor.
Der Einsatz in Schulen ist besonders sensibel, weil Kinder und Jugendliche dem System im Unterricht und damit in einem geschützten Bildungsraum begegnen. Die technische Aufrüstung wird deshalb nicht nur unter dem Gesichtspunkt möglicher pädagogischer Vorteile betrachtet. Im Mittelpunkt steht ebenso die Sorge, dass aus einem offiziell bildungspolitisch begründeten Experiment ein Instrument autoritärer Kontrolle werden könnte.
Damit steht das Projekt beispielhaft für den wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz in öffentlichen Einrichtungen. Im Fall der Taschkenter Schulen bleibt jedoch offen, welche konkreten Verbesserungen für den Unterricht erreicht werden sollen und welche Schutzvorkehrungen für die betroffenen Schüler vorgesehen sind. Verlässliche Angaben zu diesen Punkten sind bislang nicht bekannt.
Das berichtete zuerst die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).
Kurz zusammengefasst
- Usbekistan stattet in Taschkent 26 Schulen mit Smart-Kameras und biometrischer Technik aus
- Unklar ist bislang, welche biometrischen Merkmale erfasst und wie die entstehenden Daten verarbeitet werden
- Der Einsatz in Schulen löst Sorgen über Überwachung von Kindern und mögliche autoritäre Kontrolle aus
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