Das Bundeskriminalamt beobachtet einen zunehmenden Einsatz junger Täter im Umfeld der Organisierten Kriminalität. Nach einem Bericht von Spiegel Online werden sie als austauschbare Auftragnehmer für Gewalt gegen bestimmte Gegner eingesetzt. Für einige Tausend Euro sollen sie Schüsse abgeben oder Brandsätze werfen.
Das BKA bezeichnet das Phänomen als „Violence as a Service“ – Gewalt als Dienstleistung. Gemeint ist damit, dass kriminelle Strukturen Gewalttaten offenbar gezielt an junge Ausführende vergeben. Diese übernehmen demnach konkrete Aufträge, während die Hinterleute im Hintergrund bleiben.
Die jungen Täter werden in dem Bericht als besonders leicht ersetzbar beschrieben. Der Einsatz solcher „Wegwerf-Täter“ ermöglicht es den Auftraggebern, die eigene Beteiligung an den Angriffen zu verschleiern. Zugleich deutet der Befund darauf hin, dass organisierte Kriminalität bei der Ausführung schwerer Gewalttaten zunehmend auf Personen zurückgreift, die für vergleichsweise geringe Beträge angeworben werden.
Zu den genannten Taten zählen Schussangriffe und das Werfen von Brandsätzen. Genauere Angaben zu einzelnen Fällen, den beteiligten Gruppen oder dem Alter der angeworbenen Personen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Auch ist daraus nicht ersichtlich, wie stark das Phänomen bundesweit bereits verbreitet ist oder wie viele Ermittlungsverfahren damit in Zusammenhang stehen.
Die Entwicklung stellt Sicherheitsbehörden vor besondere Herausforderungen. Wenn Auftraggeber und Ausführende voneinander getrennt agieren, kann die Aufklärung der eigentlichen Verantwortlichen erschwert werden. Die Bezeichnung „Violence as a Service“ beschreibt dabei nicht eine einzelne Organisation, sondern ein von den Behörden beobachtetes Vorgehen innerhalb der Organisierten Kriminalität.
Der Einsatz sehr junger Täter macht zudem deutlich, dass kriminelle Netzwerke gezielt Personen für riskante und gewalttätige Aufgaben gewinnen können. Welche Maßnahmen gegen die Anwerbung und den Einsatz solcher Täter ergriffen werden sollen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Über die Einschätzung des BKA berichtete zuerst Spiegel Online.
Kurz zusammengefasst
- Das BKA beobachtet mehr junge Auftragstäter im Umfeld der Organisierten Kriminalität
- Für einige Tausend Euro sollen sie Schüsse abgeben oder Brandsätze werfen
- Das Vorgehen heißt „Violence as a Service“ und erschwert die Ermittlung der Hinterleute
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