Australien hat den zweitwärmsten September seit Beginn der landesweiten Aufzeichnungen erlebt. Nach Angaben des australischen Wetterdienstes lagen die Durchschnittstemperaturen im vergangenen September landesweit außergewöhnlich hoch. Zugleich wurden die höchsten durchschnittlichen Nachttemperaturen für einen September seit Beginn der Messreihe im Jahr 1910 registriert.
Die Entwicklung fiel in eine Phase, in der sich das Wetterphänomen El Niño verstärkt hat. Zusammen mit der fortschreitenden globalen Erwärmung trug es nach Einschätzung des australischen Wetterdienstes dazu bei, dass in mehreren Teilen des Landes Temperaturrekorde gebrochen wurden. Die Angaben beziehen sich auf Australien insgesamt und umfassen damit sehr unterschiedliche Klimaregionen.
In sämtlichen Bundesstaaten gehörte der September zu den fünf wärmsten seit Beginn der jeweiligen Aufzeichnungen. Im Northern Territory wurde der Monat als sechstwärmster September registriert. Damit beschränkte sich die außergewöhnliche Wärme nicht auf einzelne Regionen, sondern zeigte sich in weiten Teilen des Landes.
Besonders deutlich war die Entwicklung bei den nächtlichen Temperaturen. Die durchschnittlichen Tiefstwerte lagen in ganz Australien höher als in jedem anderen September der seit 1910 erfassten Messreihe. Hohe Nachttemperaturen gelten als besonders markant, weil die Abkühlung während der Nacht ausbleibt oder geringer ausfällt. Genauere Angaben zu einzelnen Städten oder den jeweils gemessenen Temperaturwerten liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Auch die alpinen Gebiete waren von der ungewöhnlichen Wärme betroffen. Im Kosciuszko-Nationalpark wurde eine Schneehöhe von null gemessen. Die vorliegenden Angaben nennen jedoch keine weiteren Details dazu, wann genau die Messung erfolgte oder wie sie sich im Vergleich zu früheren Jahren einordnet. Fest steht demnach, dass auch in den australischen Hochlagen im betreffenden September außergewöhnlich warme Bedingungen herrschten.
Der australische Wetterdienst ordnet den Monat damit in eine Reihe bemerkenswerter Temperaturentwicklungen ein. Der September war landesweit zwar nicht der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, lag aber nur knapp hinter dem bisherigen Höchststand und übertraf die Werte vieler anderer Jahre deutlich. Die Kombination aus einem sich verstärkenden El Niño und dem langfristigen Einfluss der globalen Erwärmung wird als wesentlicher Hintergrund der aktuellen Rekorde genannt.
El Niño ist ein natürlich auftretendes Klimaphänomen, das die Wetterbedingungen in verschiedenen Regionen der Welt beeinflussen kann. Die vorliegenden Informationen enthalten jedoch keine detaillierte Aufschlüsselung, welchen Anteil das Phänomen und welchen Anteil die langfristige Erwärmung an den australischen Septemberwerten hatten. Ebenso liegen keine Angaben zu möglichen Folgen der Wärme für Bevölkerung, Landwirtschaft oder Ökosysteme vor.
Die Messungen zeigen vor allem die außergewöhnliche Ausdehnung der Wärme: Rekordnahe oder rekordhohe Werte wurden sowohl bei den Tagesmittelwerten als auch bei den nächtlichen Tiefsttemperaturen und in den alpinen Regionen festgestellt. Das berichtete zuerst The Guardian World unter Berufung auf Daten des australischen Bureau of Meteorology.
Kurz zusammengefasst
- Australien erlebte den zweitwärmsten September seit Beginn der landesweiten Aufzeichnungen
- Die durchschnittlichen Nachttemperaturen waren so hoch wie in keinem September seit 1910
- El Niño und die globale Erwärmung trugen laut Wetterdienst zu den ungewöhnlichen Rekorden bei
Kommentare (0)