Besonders angespannt ist die Lage im Verlagswesen und bei den Medien. Diese Branchen verzeichnen laut KSV1870 die negativste Umsatzentwicklung. Auch Gastronomie und Beherbergung sowie das Baugewerbe stehen massiv unter Druck. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sei ausgesprochen zurückhaltend.
Im Handel bewerteten 35 Prozent der Unternehmen ihre Lage positiv. Die Industrie kam auf 40 Prozent und bewegte sich damit laut KSV1870 seitwärts auf niedrigem Niveau. KSV1870-Holding-CEO Ricardo-José Vybiral erklärte, der Frust der österreichischen Unternehmerinnen sei höher denn je. Privatkunden bezahlten ihre Rechnungen dagegen rascher und verkürzten die Zahlungsdauer um zwei Tage auf 13 Tage. Für 28 Prozent der Betriebe stehe das Ergebnis mit einer „schwarzen Null“ auf der Kippe.
In 90 Prozent der Fälle liegen Forderungsverluste bei höchstens 50.000 Euro. Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, warnte, dass Ausfälle von 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro für kleinere Betriebe wie Installateure oder Tischler bereits einen Insolvenzantrag erforderlich machen könnten.
Als wichtigste Gründe für Zahlungsverzug bei Firmen nannten die befragten Unternehmen Liquiditätsengpässe mit 45 Prozent und Ineffizienz in der Verwaltung mit 43 Prozent.
Kurz zusammengefasst
- Jede fünfte Rechnung in Österreich wird verspätet bezahlt
- Verlagswesen und Medien sind besonders unter Druck, ebenso Gastronomie, Beherbergung und Baugewerbe
- Firmen nennen Liquiditätsengpässe und ineffiziente Verwaltung als wichtigste Gründe für Zahlungsverzug
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