Ein stärkerer Anstieg war zuletzt im März 2025 verzeichnet worden. Im Juli war die Produktion um 1,2 Prozent zurückgegangen.
KfW-Ökonom Sebastian Wanke sagte, die deutsche Wirtschaft sei damit nicht durch das Niedrigwasser ausgerutscht.
Den größten Anteil am Anstieg hatte das Baugewerbe. Es steigerte seine Produktion im Vergleich zum Vormonat um 9,3 Prozent. Besonders die spezialisierten Bautätigkeiten und das Ausbaugewerbe legten mit 13,1 Prozent zu. Die Industrie produzierte 0,6 Prozent mehr, bei den Maschinenbauern betrug der Zuwachs 5,3 Prozent. Die Energieerzeugung sank dagegen um 0,4 Prozent.
Die Autoindustrie stellte erneut weniger her. Ihre Produktion ging um 5,4 Prozent zurück. Als zumindest teilweise mögliche Erklärung gelten die branchenüblichen Werksferien im August. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer bezeichnete die Entwicklung als gute Zahl für die deutsche Industrie.
Nach Einschätzung der Quelle profitiert die Industrie unter anderem von steigenden Rüstungsausgaben, der zunehmenden Digitalisierung und dem Trend zur Künstlichen Intelligenz. KfW-Experte Wanke sagte, der Boom rund um KI und Rechenzentren habe damit auch Deutschland erfasst.
Die Auftragsbücher der Industrie sind inzwischen so gut gefüllt wie seit Beginn der Statistik im Jahr 2015 nicht mehr. Im August ging das Neugeschäft allerdings um 10,6 Prozent gegenüber dem Juli zurück. Der Wegfall großer Rüstungsaufträge führte dabei zu dem stärksten Auftragseinbruch seit Januar.
Auch der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen hob seine Prognose für die Exporte an. Die Ausfuhren dürften in diesem Jahr trotz Rückgängen im Geschäft mit China um 1,0 Prozent zulegen. Im Januar war noch ein Plus von 0,6 Prozent erwartet worden. Für die Importe rechnet der Verband weiterhin mit einem Zuwachs von drei Prozent. BGA-Präsident Dirk Jandura sagte, der deutsche Außenhandel stabilisiere sich, von einer Trendwende sei er jedoch noch weit entfernt.
Kurz zusammengefasst
- Die deutsche Produktion stieg im August deutlich; zuletzt gab es im März 2025 einen stärkeren Zuwachs
- Das Baugewerbe steigerte seine Produktion um 9,3 Prozent, während die Industrie um 0,6 Prozent zulegte
- Die Autoindustrie produzierte 5,4 Prozent weniger, möglicherweise wegen branchenüblicher Werksferien im August
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