Der Tod der 87-jährigen Maricarmen A. hat in Madrid neue Proteste gegen Zwangsräumungen ausgelöst. In der Nacht versammelten sich im Protestlager auf der Puerta del Sol Menschen zu Mahnwachen, entzündeten Kerzen und stellten neue Plakate auf, berichtete El País América.
Die Nachricht habe viele zunächst für einen geschmacklosen Scherz gehalten, bevor sich Bestürzung und Wut ausgebreitet hätten. Sie habe nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren können.
Rund um das Lager auf der Puerta del Sol saßen Menschen vor Kerzen, die große Teile des Platzes umgaben. Aktivisten sicherten Planen gegen Kälte und Regen, während andere Mahnwachen und Demonstrationen organisierten. Gegen 22.30 Uhr sei wieder Ruhe eingekehrt, zugleich habe der friedliche Protest angehalten.
In der Nähe des Kongresses versammelten sich Demonstrierende bis zu der Stelle, an der die Polizei sie zurückhielt. Sie schwenkten rote Fahnen und riefen Parolen gegen die Räumung einer Familie. Polizisten standen bei den Einsatzfahrzeugen, während Kameras und Reporter die Versammlung beobachteten.
An den Protesten beteiligten sich nicht nur junge Menschen. César aus Pontevedra sagte, seine Mutter sei besorgt, weil es viele weitere Frauen wie Maricarmen geben könne. Er habe sie am Telefon beruhigt und erklärt, nach einer weiteren Räumung einer älteren Frau könne Spanien in Aufruhr geraten.
Kurz nach Bekanntwerden des Todes stellten Menschen in der Madrider Straße Sainz de Baranda, vor dem Gebäude der früheren Wohnung, Kerzen um einen Baum auf und hinterließen handgeschriebene Nachrichten. Maricarmen A. war dort auf einer Trage aus der Wohnung gebracht worden. Eine Nachricht lautete, sie habe Spanien verändert.
Die 87-Jährige hatte seit ihrem 17. Lebensjahr in der Wohnung gelebt.
Gustavo, ein 37-jähriger Einwohner Madrids, sagte, Maricarmen A. sei für viele der Auslöser gewesen, an dem sich lange aufgestaute Geduld erschöpft habe. Ein junger Mann im Protestlager erklärte, es dürfe keine weiteren Fälle wie ihren geben. Auch nach Mitternacht blieb das Zentrum Madrids in Bewegung.
Kurz zusammengefasst
- Der Tod der 87-jährigen Maricarmen A. löste in Madrid neue Proteste gegen Zwangsräumungen aus
- Auf der Puerta del Sol hielten Menschen Mahnwachen ab, entzündeten Kerzen und organisierten Demonstrationen
- Maricarmen A. hatte seit ihrem 17. Lebensjahr in der Wohnung gelebt und konnte nicht zurückkehren
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