Deutschland und Großbritannien wollen ihre Zusammenarbeit bei der Abwehr von Cyberangriffen, Sabotage und anderen hybriden Bedrohungen verstärken. Das teilte die britische Regierung zum Antrittsbesuch von Premierminister Andy Burnham bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin mit, wie die tagesschau berichtete.
Beide Länder wollten sich zu einer Partnerschaft gegen hybride Bedrohungen verpflichten, erklärte die Downing Street. Sie wollten Informationen austauschen und ihre Überwachung, Abschreckung und Unterbindung von Bedrohungen koordinieren. Dadurch sollten feindliche Akteure geschwächt werden.
Die hybride Bedrohung durch Gegner, insbesondere Russland, erstrecke sich über Europa und darüber hinaus, erklärte die britische Regierung.
Bei einer Zeremonie in Berlin wollen Burnham und Merz außerdem die Ratifizierungsurkunden für den deutsch-britischen Freundschaftsvertrag von 2025 austauschen. Damit soll der sogenannte Kensington-Vertrag in Kraft treten.
Damals unterzeichnete es noch Burnhams Vorgänger Keir Starmer.
Die Optionen reichten nach seinen Angaben vom bisherigen Zustand über eine Zollunion bis zu einer Rückkehr in den EU-Binnenmarkt. Auch einen vollständigen Wiedereintritt habe er angedeutet. Auf einem Parteitag seiner Labour-Partei habe Burnham erklärt, der Brexit habe mehr Schaden als Nutzen verursacht.
Die Bundesregierung habe sich offen für diese Überlegungen gezeigt, teilte ein Regierungssprecher mit. Zunächst müsse Großbritannien selbst entscheiden, ob es wieder in die EU aufgenommen werden wolle. Auch bei einer Entscheidung für entsprechende Gespräche wäre der Weg dorthin jedoch weit.
Kurz zusammengefasst
- Deutschland und Großbritannien wollen Informationen austauschen und ihre Abwehr gegen Cyberangriffe und hybride Bedrohungen koordinieren
- Die britische Regierung sieht besonders Russland als Gegner und betont eine hybride Bedrohung über Europa hinaus
- Burnham und Merz wollen den Freundschaftsvertrag von 2025 ratifizieren; Burnham hält auch eine Rückkehr zur EU für möglich
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