Der DAX ist am Donnerstag im frühen Handel um ein Prozent auf 24.854 Punkte gefallen. Wie tagesschau berichtete, belasteten hohe Anleiherenditen, wieder steigende Ölpreise, neue Kriegssorgen und zunehmende Schulden von Unternehmen die internationalen Kapitalmärkte.
Am Mittwoch hatte der DAX nach drei Gewinntagen in Folge 1,35 Prozent auf 25.104,36 Punkte verloren. Der Nasdaq Composite sank ebenfalls um 0,2 Prozent auf 27.538,69 Punkte.
Der Fokus richtet sich nun auf die neue Berichtssaison. Nach Einschätzung von Analysten müsse sich zeigen, ob die jahrelangen Investitionen ausreichende Renditen abwerfen. Jochen Stanzl, Chefmarkt-Analyst der Consorsbank, sagte, die Berichtssaison müsse erneut belegen, ob die Milliardenausgaben für künstliche Intelligenz die erhofften Renditen einbrächten.
Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung meldete einen Anstieg des operativen Gewinns um das Neunfache. Er überschritt damit erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von 107 Billionen Won, umgerechnet rund 70 Milliarden Euro. Samsung verzeichnete das vierte Rekordquartal in Folge, weil die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz größer als das Angebot sei. Bei Smartphones und Unterhaltungselektronik sänken dadurch jedoch die Gewinnspannen. Die Samsung-Aktie fiel, obwohl sie seit Jahresbeginn mehr als 140 Prozent zugelegt hat.
Daimler Truck steigerte seinen Absatz im dritten Quartal um 26 Prozent. Nordamerika trug mit einem Plus von 51 Prozent am stärksten dazu bei, Europa legte um 13 Prozent zu.
Die Ölpreise kletterten weiter über 100 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen gut 102 Dollar. US-Medien berichteten, die Vereinigten Staaten könnten in den kommenden Wochen neue Militärschläge gegen den Iran planen.
Zugleich drohen im Golf von Mexiko Produktionsausfälle, weil ein Tropensturm heranzieht. Das entspräche einem Viertel der regionalen Produktion. Die Internationale Energieagentur beschleunigte die Freigabe von Ölreserven, vor allem Diesel soll auf den Markt kommen. Bei Bedarf wolle sie weitere Reserven freigeben.
Die Bundesregierung dürfte trotz der hohen Öl- und Gaspreise optimistischere Wirtschaftsprognosen vorlegen. Ökonomen halten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent für möglich. Gleichzeitig sanken die deutschen Exporte im August um 0,8 Prozent, während Ökonomen mit einem Anstieg gerechnet hatten. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sagte, im Handel zeige sich die Schwäche Deutschlands; das dritte Quartal sei für die Exporteure bislang ein Rückschlag.
Unternehmen verschulden sich derweil trotz steigender Zinsen und Anleiherenditen stärker. Am Aktienmarkt wird kritisch gesehen, dass SpaceX und Oracle neue Milliardenschulden aufnehmen wollen. Nigel Green, Chef der deVere Group, sagte, der Aufbau der künstlichen Intelligenz werde zunehmend auf Kredit finanziert. Schulden müssten unabhängig vom Zufluss der Einnahmen planmäßig zurückgezahlt werden.
Kurz zusammengefasst
- Der DAX fiel am Donnerstag im frühen Handel um ein Prozent auf 24.854 Punkte
- Samsung steigerte den operativen Gewinn neunfach auf über 107 Billionen Won dank hoher Nachfrage nach KI-Chips
- Die deutschen Exporte sanken im August um 0,8 Prozent und enttäuschten damit die Erwartungen
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