Die kanadische Schriftstellerin Anne Carson erhält den Literaturnobelpreis 2026. Oktober, um 13.00 Uhr MESZ in Stockholm, wie DW Deutsch berichtete.
Die Schwedische Akademie vergibt den Preis. Ihr gehören 18 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Professorinnen und Professoren sowie Intellektuelle an. Im September des Vorjahres verschickt das Nobelkomitee Formulare an Hunderte Personen und Organisationen, die Vorschläge einreichen dürfen.
Dazu zählen nach Angaben von nobelprize.org unter anderem Professorinnen und Professoren für Literatur- und Sprachwissenschaft an Universitäten und Hochschulen, frühere Literaturnobelpreisträgerinnen und -preisträger sowie Vorsitzende repräsentativer Autorenverbände. Auch wer zu einer dieser Gruppen gehört und kein Formular erhalten hat, darf eine Nominierung einreichen.
Das Komitee könne außerdem selbst weitere Namen aufnehmen, etwa Personen, die bereits in früheren Jahren nominiert worden seien.
Im Frühjahr wählt das Nobelkomitee laut nobelprize.org in mehreren Stufen fünf Namen aus und legt sie der Akademie vor. Während des Sommers lesen deren Mitglieder die Werke und beraten darüber. Anfang Oktober wird die Entscheidung verkündet. Welche Kriterien die Akademie dabei im Einzelnen anlegt, hält sie nach Angaben des Artikels weitgehend für sich.
Die Namen der Nominierten, die den Preis nicht erhalten, werden erst nach 50 Jahren veröffentlicht. Das Archiv zeigt, dass zwischen der ersten Nominierung und der Auszeichnung viel Zeit liegen kann. Die britische Schriftstellerin Doris Lessing erhielt den Preis 2007, 35 Jahre nach ihrer ersten Nominierung.
Nach Einschätzung von Gisèle Sapiro zeichne die Akademie anspruchsvolle und einflussreiche Literatur aus, die etwa eine neue Strömung begründet habe.
Als Hinweis auf diese Reichweite gelten Sapiro zufolge Übersetzungen. Eine Ausnahme sei Abdulrazak Gurnah gewesen, dessen Werke bis dahin nicht auf Deutsch vorgelegen hätten.
Auch politische Umstände können nach Angaben des Artikels eine Rolle spielen. Mehrfach seien Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet worden, die offen gegen die Regime ihrer Heimatländer opponiert hätten, darunter 2015 die Belarussin Swetlana Alexijewitsch. Das Genre sei dagegen nicht entscheidend: Neben Romanen wurden auch Lyrik und Theaterstücke ausgezeichnet.
Von bislang 122 Preisträgerinnen und Preisträgern stammten 33 nicht aus Europa. Beim Geschlechterverhältnis wechselten sich erst in den vergangenen acht Jahren Frauen und Männer bei den Auszeichnungen ab. Der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Preisträgerinnen und Preisträger stieg dadurch auf 14,9 Prozent.
Kurz zusammengefasst
- Die kanadische Schriftstellerin Anne Carson erhält den Literaturnobelpreis 2026
- Die Schwedische Akademie entscheidet nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren über die Auszeichnung
- Von bislang 122 Preisträgern stammten 33 nicht aus Europa, der Frauenanteil liegt bei 14,9 Prozent
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