Die Grünen wollen mit einem neuen politischen Programm ihren Anspruch auf eine Rückkehr in die Bundesregierung unterstreichen. Parteichefin Franziska Brantner und Parteichef Felix Banaszak stellten in Berlin ihre Leitanträge für den Parteitag im Dezember vor, wie t-online berichtete.
Unter dem Titel „Unser Plan für Deutschland“ präsentierte das Duo die Grünen als „ernsthafte, glaubwürdige und verantwortungsvolle“ politische Kraft. Brantner und Banaszak wollen im Dezember erneut für den Parteivorsitz kandidieren. Ihre Entscheidung hatten sie nach den Landtagswahlen öffentlich gemacht.
In Baden-Württemberg regiert weiterhin Cem Özdemir. In München ist Dominik Krause Oberbürgermeister. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gelang den Grünen der Einzug in die Parlamente.
Bei der Bundestagswahl 2025 erreichten die Grünen 11,6 Prozent. In aktuellen Umfragen kommen sie laut dem Bericht auf bis zu 17 Prozent. Die Partei setzt darauf, weiter zuzulegen und die Union zu überholen. Bei ihrem Auftritt präsentierten sich Brantner und Banaszak als Vertreter einer linken Mitte.
Ein zentraler Leitantrag trägt den Titel „Zum Besseren. Neues Wachstum für unser Land“. Darin setzen die Grünen auf ökologisch tragfähiges Wachstum, Innovationen, eine klimafreundliche Industrie und weniger Bürokratie.
Brantner kündigte zudem mehr Freiräume und weniger Vorschriften an. Daraus habe man gelernt.
Banaszak warb für eine politische Praxis mit weniger Belehrung und mehr Begegnung. Dabei habe er auch Menschen erreichen wollen, die den Grünen bisher nicht nahestünden.
Auf mögliche Koalitionen im Bund gingen Brantner und Banaszak nicht konkret ein. Sie betonten die Eigenständigkeit der Grünen und erklärten, die Partei sei mit allen demokratischen Kräften koalitionsfähig. Fraktionschefin Katharina Dröge hatte zuvor in einem Interview gesagt, die Grünen sollten sowohl Gespräche mit der Union als auch mit einem möglichen Bündnis aus Grünen, SPD und Linken offensiv verfolgen.
Auch die Frage nach einer Kanzlerkandidatur ließen die Parteivorsitzenden offen. Banaszak sagte, die strategische und personelle Aufstellung werde rechtzeitig geklärt. Als mögliche Kandidaten oder Kandidatinnen werden neben Brantner und Banaszak auch Katharina Dröge, die frühere Parteivorsitzende Ricarda Lang und Cem Özdemir genannt. Ein Spitzenduo gilt dem Bericht zufolge als unwahrscheinlich.
Kurz zusammengefasst
- Brantner und Banaszak stellten den „Plan für Deutschland“ vor und wollen im Dezember erneut für den Parteivorsitz kandidieren
- Die Grünen setzen auf ökologisch tragfähiges Wachstum, klimafreundliche Industrie, Innovationen und weniger Bürokratie
- Koalitionen und Kanzlerkandidatur ließ die Parteispitze offen; die Grünen betonten ihre Koalitionsfähigkeit mit demokratischen Kräften
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