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UNDP meldet wachsende Armut in Myanmar

In Myanmar sind laut einem UNDP-Bericht mehr als 37 Millionen Menschen von sich überschneidenden Krisen betroffen. Konflikt, Vertreibung, wirtschaftliche Belastungen und Naturkatastrophen verschärfen die Armut.

UNDP meldet wachsende Armut in Myanmar
SymbolbildFoto: jusuf111 · Pixabay
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In Myanmar sind mehr als 37 Millionen Menschen von sich überschneidenden Krisen betroffen. Das entspreche 68 Prozent der Bevölkerung, teilte das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht mit, über den UN News berichtete. Mehr als zwei von drei Menschen lebten demnach in mehrdimensionaler Armut oder seien davon bedroht.

Jahre des Konflikts, Vertreibungen, wirtschaftliche Verwerfungen und Klimabelastungen hätten zum gleichzeitigen Zusammenbruch von Unterkünften, Gesundheitsversorgung, Schulen und Lebensgrundlagen geführt. Myanmar befindet sich seit der Machtübernahme durch das Militär im Februar 2021 in einem Bürgerkrieg. Hinzu kämen makroökonomische Instabilität, wiederkehrende Katastrophen und die Folgen des schweren Erdbebens vom März 2025.

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Kanni Wignaraja, Regionaldirektorin des UNDP für Asien und den Pazifik, sagte, die Not von Millionen Menschen verschärfe sich weiter. Myanmar erlebe eine Armut, die auch die menschliche Entwicklung untergrabe. In diesem Krieg verliere jeder, und die grundlegenden Strukturen des Landes würden systematisch geschwächt.

Der Bericht mit dem Titel „Layers of Deprivation: Multidimensional Poverty in Myanmar“ kommt zu dem Schluss, dass es nicht nur um fehlendes Einkommen gehe. Rücklagen, stabile Erwerbsgrundlagen, der Zugang zu Dienstleistungen und soziale Unterstützungsnetzwerke, die Familien bisher beim Umgang mit Krisen geholfen hätten, verschwänden zunehmend.

Mehr als 80 Prozent der mehrdimensionalen Armut entfielen auf Defizite bei Gesundheit und Lebensstandard. Dazu gehörten Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung, angemessenem Wohnraum, sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und anderen grundlegenden Dienstleistungen. Besonders stark seien Konfliktgebiete betroffen.

Die Ursachen unterschieden sich regional. In manchen Gebieten seien Konflikt, Vertreibung und ein eingeschränkter Zugang zu Dienstleistungen ausschlaggebend. In anderen stellten langjährige Defizite bei Erwerbsmöglichkeiten, Bildung, Infrastruktur und öffentlichen Leistungen die größten Probleme dar.

Der Bundesstaat Rakhine im Westen Myanmars zählt dem Bericht zufolge zu den Gebieten mit der stärksten mehrdimensionalen Armut. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung seien dort multidimensional arm, beinahe ein Drittel schwer arm. Die Armut unter staatenlosen und vertriebenen Bevölkerungsgruppen könne wegen Einschränkungen bei der telefonischen Datenerhebung unterschätzt sein. Dazu gehörten auch ethnische Rohingya-Gemeinschaften, die laut dem Bericht seit Jahrzehnten vom Militär unterdrückt würden.

Die Armut konzentriere sich nicht ausschließlich auf ländliche Gebiete. Die Region Yangon habe zwar niedrigere Armutsraten als viele von Konflikten betroffene Bundesstaaten, beherberge aber eine der größten Gruppen mehrdimensional armer Menschen. Dies spiegle wachsende Belastungen für Haushalte in Städten und deren Randgebieten wider.

Etwa jeder fünfte Haushalt ist dem Bericht zufolge klimabedingten Gefahren wie Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Dürren und Erdrutschen ausgesetzt. Diese Belastungen dürften sich mit dem bevorstehenden Wetterphänomen El Niño verstärken. Bis Ende August waren etwa 600.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen.

Zusätzlichen Druck erzeugten externe wirtschaftliche Schocks, darunter steigende Treibstoffpreise im Zusammenhang mit der Golfkrise, Inflation und höhere Lebensmittelkosten. Besonders betroffen seien junge Menschen, die inmitten von Konflikt, Unsicherheit sowie starken wirtschaftlichen und sozialen Belastungen aufwüchsen. Mindestens eine Million junge Menschen könnten Myanmar seit 2021 verlassen haben. Das UNDP bezeichnete dies als einen der größten Verluste an Humankapital in der jüngeren Geschichte des Landes, während die Bevölkerung zugleich älter werde.

Fast die Hälfte der Haushalte, die von Gelegenheitsarbeit abhängig sind, ist dem Bericht zufolge multidimensional arm. Diese Familien, Migranten und Haushalte in Konfliktgebieten wiesen die höchsten Armutswerte auf. Wignaraja erklärte, das größte Risiko bestehe nicht nur in der heute zunehmenden Armut, sondern auch in den schrumpfenden Chancen für die Zukunft. Investitionen in Lebensgrundlagen, Bildung, Gesundheitsversorgung, lokale Märkte und grundlegende Dienstleistungen seien notwendig, um die Fähigkeiten zu erhalten, die Myanmar für Erholung und einen weiteren Weg brauche.

Kurz zusammengefasst

  • Mehr als 37 Millionen Menschen in Myanmar sind laut UNDP von sich überschneidenden Krisen betroffen, 68 Prozent der Bevölkerung
  • Mehr als 80 Prozent der mehrdimensionalen Armut entfallen auf Defizite bei Gesundheit und Lebensstandard
  • Im Bundesstaat Rakhine sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung multidimensional arm, beinahe ein Drittel schwer arm
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