Wie Spiegel Online berichtet, teilte das Institut für molekulare und klinische Ophthalmologie Basel die Ergebnisse am Donnerstag mit.
Die Erkrankung ist erblich bedingt und führt dazu, dass die Photorezeptoren der Netzhaut ihre Fähigkeit verlieren, auf Licht zu reagieren.
Für die Behandlung erhielten die Probandinnen und Probanden eine Injektion in das schlechter sehende Auge. Sie enthielt die genetische Bauanleitung für ein lichtempfindliches Protein. Eine Brille mit eingebauter Kamera übertrug Veränderungen der Umgebung als orange-rote Lichtpulse. Dadurch wurden noch vorhandene Ganglienzellen der Netzhaut aktiviert.
Messungen der Hirnaktivität hätten zudem bestätigt, dass visuelle Informationen das Sehzentrum erreichten. Bei den Tests hätten jene Patientinnen und Patienten besser abgeschnitten, die länger mit der Brille trainiert hätten.
Bei einem einzelnen Teilnehmer hatte das Verfahren bereits 2021 funktioniert. In der Studie mit der größeren Gruppe habe vor allem die Untersuchung möglicher Nebenwirkungen im Mittelpunkt gestanden. Unerwünschte Ereignisse am Auge seien überwiegend leicht oder mäßig ausgeprägt gewesen. Eine schwere Reaktion direkt nach der Injektion sei innerhalb weniger Minuten abgeklungen.
Die Behandlung stellte nach Angaben des Instituts kein normales Sehvermögen wieder her. Die Teilnehmenden konnten weder lesen noch Gesichter erkennen. Die Studie sei dennoch eine Grundlage für die Weiterentwicklung optogenetischer Therapien.
Die Methode beruht darauf, genetisch veränderte Nervenzellen durch Lichtimpulse zu aktivieren. Für die Erforschung dieser Grundlagen erhielten Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland sowie der US-Forscher Karl Deisseroth am Montag den Nobelpreis.
Kurz zusammengefasst
- Die optogenetische Therapie verursachte überwiegend leichte oder mäßige Augenbeschwerden; eine schwere Reaktion klang binnen Minuten ab
- Eine Injektion und eine Kamera-Brille aktivierten noch vorhandene Ganglienzellen, sodass Bildinformationen das Sehzentrum erreichten
- Die Behandlung stellte kein normales Sehen her; die Teilnehmenden konnten weder lesen noch Gesichter erkennen
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