Karner sagte, er sehe die Schulungen als Teil seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern. Die Entscheidung, Kurse über Rechte und Pflichten im Untersuchungsausschuss anzubieten, habe er selbst getroffen. Seine Kabinettschefin habe die Umsetzung organisiert und entschieden, wer die Schulungen durchführe. Die Kosten habe das Innenministerium getragen. Wie hoch sie gewesen seien, wisse er nicht. Es sei aber sein politischer Wunsch, dass die Mitarbeiter diese Beratung erhielten. Auch er selbst habe sich mit seiner Vertrauensperson vorbereitet.
Diese Formulierung stamme nicht von ihm; er habe davon nur aus den Medien erfahren. Eine Person habe ihm nach ihrer Befragung erzählt, sie habe sich teilweise tatsächlich so gefühlt.
Zu seiner früheren Kritik an einer Ladungsliste erklärte Karner, seine Bezeichnung einer „Hetz- und Treibjagd“ auf Polizisten sei überspitzt gewesen. Er habe damit auf die Jagdkleidung des Ausschussvorsitzenden Walter Rosenkranz (FPÖ) bei einem Lokalaugenschein angespielt. Zugleich betonte der Minister mehrfach, ihm sei eine gute Zusammenarbeit seines Ressorts mit dem Untersuchungsausschuss wichtig.
Mit Christian Pilnacek habe er keinen direkten Kontakt gehabt. Über die beruflichen Kontakte zwischen Pilnacek und Sektionschefs seines Ministeriums habe er keine Wahrnehmungen. Die Polizei habe gute Arbeit geleistet.
Vor Karner war der Leiter des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, befragt worden. Holzer erklärte, zum eigentlichen Fall kaum eigene Wahrnehmungen zu haben. Mit Pilnacek habe er eine punktuelle Arbeitsbeziehung gehabt. Strategische Fragen seien bei fünf bis zehn Treffen besprochen worden. Nach Pilnaceks Suspendierung habe es keinen Kontakt mehr gegeben.
Vom Tod Pilnaceks habe Holzer am Vormittag des 20. Oktober 2023 durch den Journaldienst erfahren. Er sei über eine laufende Amtshandlung in Rossatz und darüber informiert worden, dass es sich bei der Leiche vermutlich um den ehemaligen Sektionschef handle. Danach habe er den Leiter des niederösterreichischen Landeskriminalamts angerufen und um eine lückenlose Aufarbeitung ersucht. Zu möglichen Abweichungen in der Informationskette oder politischer Einflussnahme habe er keine unmittelbaren Wahrnehmungen.
Holzer sagte außerdem, das Bundeskriminalamt habe den Fall bisher nicht selbst evaluiert. Den Sicherungsbericht zur Auswertung von Pilnaceks Smartwatch habe er nicht gesehen. Im Normalfall führe der Sachbearbeiter die Auswertung durch, während Forensiker für Sicherung und Aufbereitung zuständig seien.
Zur fehlenden Messung der Körperkerntemperatur erklärte Holzer, ein Thermometer gehöre laut Leitfaden zur Standardausrüstung der Tatortkoffer. Die Messung selbst sei Ärzten vorbehalten. Die Polizisten am Fundort von Pilnaceks Leichnam hätten allerdings kein Thermometer bei sich gehabt.
Außerdem solle es weitere Verlangen geben, darunter eine Rüge an Karner wegen der noch nicht übermittelten Schulungsunterlagen für geladene Polizisten. Karner sagte dazu, die Rechtssektion seines Ministeriums müsse beurteilen, ob eine Übermittlung möglich sei. Die Freiheitlichen verlangten zudem die Rohdaten von Pilnaceks elektronischen Geräten.
Die Sitzung endete am Abend nach Karners Befragung. Die nächste Befragungstranche ist für den 21. Oktober vorgesehen. Dann soll auch über eine mögliche Verlängerung entschieden werden; die FPÖ denkt darüber noch nach.
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