Frankreich will zehn Millionen Barrel Diesel aus seinen strategischen Reserven freigeben. Die Maßnahme soll den Druck auf den Kraftstoffmarkt mindern, kündigte Premierminister Sébastien Lecornu am Mittwoch an, wie Africanews berichtete.
Der Diesel soll den Händlern in Frankreich zur Verfügung gestellt werden. Lecornu sagte, dadurch könnten die Preise an den Tankstellen um zwölf bis 18 Eurocent je Liter Diesel sinken. Er werde in Kürze ein Dekret unterzeichnen, das die Freigabe ermögliche. Die Maßnahme solle drei Monate dauern.
Zugleich forderte Lecornu den staatlichen Stromversorger EDF auf, seine Produktionskapazitäten zu maximieren. Damit sollten in diesem Winter steigende Strompreise vermieden werden.
Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund weiter steigender Kraftstoffpreise. Der Konflikt im Nahen Osten und Störungen des Verkehrs durch die Straße von Hormus setzten den Markt zusätzlich unter Druck. Nach Angaben des französischen Fernsehsenders TF1 lag der durchschnittliche Dieselpreis am Dienstag bei 2,35 Euro je Liter. Benzin der Sorte SP95-E10, die in Frankreich am häufigsten verkauft werde, kostete demnach 2,14 Euro je Liter.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico sagte am Mittwoch, Europa stehe derzeit vor großen Herausforderungen bei der Versorgung mit Öl und Kraftstoffen. Der europäische Energiemarkt könne in diesem Herbst und Winter stark unter Druck geraten.
Fico führte die Belastungen auf mehrere Faktoren zurück. Einerseits wirke sich der Konflikt zwischen Iran und den USA aus. Andererseits gehe Europas Raffineriekapazität schrittweise zurück. Einige Länder, die früher Erdölerzeugnisse exportiert hätten, müssten inzwischen große Mengen solcher Produkte importieren.
Der Druck auf die Dieselversorgung in Europa sei derzeit besonders stark, sagte Fico. Dadurch könnten die Dieselpreise weiter steigen. Die Probleme des Kraftstoffmarktes ließen sich nicht allein durch einzelne Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten lösen. Fico äußerte die Hoffnung, dass der bevorstehende EU-Gipfel Lösungen finden werde.
Die Dieselpreise in Europa seien zuletzt anhaltend hoch geblieben. Die Drohung der US-Regierung, Diesel-Exporte zu verbieten, habe die Sorgen um die Energieversorgung Europas zusätzlich verstärkt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb am Mittwoch in einem Beitrag in sozialen Medien, Energiepreise und die Maßnahmen der EU gegen steigende Energiekosten würden zu den zentralen Themen des EU-Gipfels gehören.
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