Vor dem für November in Türkiye geplanten Klimagipfel COP31 hat die UN zu schnellerem Handeln gegen die Erderwärmung aufgerufen. Rekordhitze, schwere Überschwemmungen und ein beispielloses El-Niño-Klimamuster machten globale Maßnahmen dringlicher, berichtete UN News.
Bei einer Vorbereitungskonferenz im Südpazifik berieten Vertreter von Regierungen und politische Entscheidungsträger in Tuvalu und Fidschi über die anstehenden Verhandlungen. UN-Vizegeneralsekretärin Amina Mohammed sagte, jedes heute in den pazifischen Inselstaaten geborene Kind müsse die Möglichkeit haben, dort aufzuwachsen, zu leben und sich eine Zukunft aufzubauen.
Eine zentrale Priorität sei es, das Ziel von 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu bewahren. Da die Welt auf eine Überschreitung dieser Grenze zusteuere, dürften die Staaten nach Mohammeds Worten nicht aufgeben. Eine Überschreitung sei kein Grund zur Kapitulation, sondern ein Aufruf, sie so kurz und gering wie möglich zu halten und die Temperaturen so schnell wie möglich wieder unter 1,5 Grad zu senken.
Mohammed forderte die Staaten außerdem auf, Zusagen früherer Klimakonferenzen umzusetzen. Dazu gehörten insbesondere die bei der Klimakonferenz COP28 2023 in Dubai vereinbarte Abkehr von fossilen Brennstoffen, die Verdreifachung der Kapazitäten für erneuerbare Energien und die Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2030.
Der Ausbau erneuerbarer Energien verbessere nach ihren Worten auch die Energiesicherheit. Für die 655 Millionen Menschen, die weiterhin ohne Strom lebten, bedeute saubere Energie unter anderem bessere Bedingungen für Geburten und Bildung.
Wegen der bereits spürbaren Folgen der Erderwärmung verlangte Mohammed auch stärkere Maßnahmen zur Anpassung und zum Schutz der Bevölkerung. Nötig seien außerdem widerstandsfähige Infrastruktur, eine gesicherte Wasserversorgung und gesunde Ökosysteme. In pazifischen Gemeinden liefen dazu bereits Arbeiten zur Stärkung des Küstenschutzes und zur Wiederherstellung mariner Ökosysteme.
Für den Übergang sei eine schnelle, faire und klare Finanzierung entscheidend. Entwickelte Länder sollten dabei die Führung übernehmen, sagte Mohammed mit Verweis auf die Baku-Belém-Roadmap. Diese solle bis 2035 jährlich mindestens 1,3 Billionen US-Dollar an Klimafinanzierung für Entwicklungsländer mobilisieren.
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