Eine Studie der Universität Trier erfasst 355 Betroffene sexualisierter Gewalt im Bistum Trier für die Jahre 1946 bis 1966. Die Verantwortlichen im Bistum hätten bereits in den späten 1940er-Jahren einen guten Kenntnisstand über die Gewalt gegenüber Minderjährigen gehabt, heißt es in dem von Zeit Online berichteten Zwischenbericht.
Der umfassende Abschlussbericht soll im November folgen. Zwischen 1946 und 2021 identifizierte das Forschungsteam bislang mindestens 782 Betroffene.
Die Zahl der Betroffenen habe während Wehrs Amtszeit 243 betragen.
Die Chancen der Betroffenen, gehört zu werden oder eine Bestrafung der Täter zu erleben, seien bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer geringer geworden, schreiben die Forschenden. Viele Betroffene hätten unter lebenslangen Belastungen und Krankheiten wie Schlafstörungen, Depressionen, Panikattacken und Angststörungen gelitten.
Während der Zeit des Nationalsozialismus habe das Bistum sogenannte Sittlichkeitsverbrechen katholischer Priester deutlich stärker verfolgt als in den Nachkriegsjahren. Nach der Aufhebung der NS-Gesetzgebung seien die Sanktionen zurückgegangen. Für die Nachkriegsjahre beobachte die Studie insgesamt einen eher nachlässigen Umgang mit Tätern.
Für den Bericht wertete das Forschungsteam nach eigenen Angaben 1.574 Akten aus. Außerdem führten die Historikerinnen und Historiker Gespräche mit Betroffenen und Zeitzeugen.
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