InstaNews Die Zeitung
Wissenschaft

Afrikas überwachte Wildtierbestände sinken binnen fünf Jahrzehnten um 80 Prozent

Laut WWF sind die Bestände beobachteter Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische in Afrika zwischen 1970 und 2022 stark zurückgegangen. Besonders unter Druck steht das Kongobecken.

Afrikas überwachte Wildtierbestände sinken binnen fünf Jahrzehnten um 80 ProzentSymbolbild
Foto: HarryStueber · Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Die durchschnittliche Größe überwachte Wildtierpopulationen in Afrika sank von 1970 bis 2022 um 80 Prozent
  • Im Kongobecken bedrohen Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau, Infrastruktur, Jagd und Wilderei die Lebensräume
  • Afrikanische Waldelefanten verloren vor allem durch Elfenbeinwilderei und Lebensraumverlust mehr als 60 Prozent ihrer Bestände

Die durchschnittliche Größe der überwachten Wildtierpopulationen in Afrika ist zwischen 1970 und 2022 um 80 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem Living Planet Report 2026 des World Wide Fund for Nature (WWF) hervor, wie AllAfrica berichtet. Erfasst wurden Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische.

Die Zahlen stammen aus dem Living Planet Index der Zoological Society of London. Dieser misst die Entwicklung beobachteter Populationen und berechnet nicht die Gesamtzahl der verlorenen Tiere. Afrika verzeichnete nach Lateinamerika und der Karibik den zweitgrößten regionalen Rückgang. Dort sanken die überwachten Bestände im Durchschnitt um 95 Prozent. Für die Region Asien-Pazifik weist der Index einen Rückgang von 49 Prozent aus, weltweit lag der Durchschnitt bei 73 Prozent.

Krebs tritt bei Menschen unter 50 häufiger auf
Auch interessantKrebs tritt bei Menschen unter 50 häufiger auf

Yann Laurans, Direktor für Naturschutzprogramme beim WWF Frankreich, sagte, die Zahl der wild lebenden Wirbeltiere auf der Erde gehe weiter zurück. Der starke Rückgang in Afrika spiegle teilweise wider, dass die Artenvielfalt zu Beginn der systematischen Überwachung in den 1970er-Jahren noch besonders hoch gewesen sei. In weiten Teilen Europas habe es bereits vor Beginn des Beobachtungszeitraums erhebliche Verluste gegeben.

Besonders stark unter Druck steht laut WWF das Kongobecken, der zweitgrößte tropische Regenwald der Welt. Dort beeinträchtigten die Ausweitung der Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau sowie der Bau von Straßen und anderer Infrastruktur die Lebensräume. Dadurch würden Wälder fragmentiert und zuvor schwer zugängliche Gebiete für weitere Ausbeutung geöffnet. Nicht nachhaltige Jagd und Wilderei erhöhten den Druck zusätzlich.

Die Bestände afrikanischer Waldelefanten sind in den vergangenen Jahrzehnten vor allem wegen Elfenbeinwilderei und Lebensraumverlust um mehr als 60 Prozent gesunken. Als weltweite Hauptursachen für den Rückgang der Tierwelt nennt der WWF außerdem den Klimawandel, die Zerstörung von Lebensräumen, Übernutzung, Verschmutzung, invasive Arten und Krankheiten.

Der WWF fordert einen Abschied von fossilen Brennstoffen, deren Treibhausgasemissionen den Klimawandel und den Verlust der Artenvielfalt in allen Ökosystemen verstärkten. Als wichtigsten einzelnen Treiber bezeichnet die Organisation jedoch das globale Ernährungs- und Agrarsystem. Die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen gehe zulasten von Wäldern, Feuchtgebieten und anderen Ökosystemen. Intensive Produktion belaste zusätzlich Böden, Wasser und Wildtiere.

Der Bericht erscheint vor der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt Cop17, die vom 19. bis 30. Oktober in Armenien stattfindet. Die Regierungen sollen dort die Fortschritte bei internationalen Zusagen zur Beendigung und Umkehr des Verlusts von Natur bewerten.

Trotz des Rückgangs sei der Verlust der biologischen Vielfalt nicht unumkehrbar, betont der WWF. Rund die Hälfte der weltweit überwachten Wildtierpopulationen sei stabil oder wachse. Laurans sagte, langfristig finanzierte Schutzprogramme hätten bereits zur Erholung geschädigter Arten beigetragen. Als Beispiele nannte er den Anstieg der weltweiten Tigerpopulation sowie Anzeichen einer Erholung bei einigen Populationen westlicher Flachlandgorillas in Afrika.

Auch bei grünen Meeresschildkröten, Blauflossenthunfischen und einigen Elefantenpopulationen im südlichen Afrika verzeichnet der WWF Erholungen. Zwar gingen Savannenelefanten in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets zurück und seien weiterhin als gefährdet eingestuft. Einige Populationen im südlichen Afrika hätten sich jedoch durch gemeinschaftliche Maßnahmen, Arbeit gegen den illegalen Handel und ein Vorgehen gegen Korruption erholt.

Nach Angaben des UN-Umweltprogramms flossen 2023 rund 7,3 Billionen Dollar in Aktivitäten, die der Natur schaden. Für ihren Schutz oder ihre Wiederherstellung wurden 220 Milliarden Dollar ausgegeben. Die jährliche Finanzierungslücke beim Schutz der biologischen Vielfalt beträgt demnach 942 Milliarden Dollar. Der WWF fordert, mehr Investitionen in Naturschutz und Wiederherstellung umzuleiten.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

Teilen:XWhatsAppFacebookTelegramLinkedInE-Mail

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste.
Bitte bleib sachlich und respektvoll. Keine Hassrede, Beleidigungen, Werbung oder rechtswidrigen Inhalte. Verstossende Kommentare werden entfernt.

Mit dem Absenden akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.