Vor dem Winter brauchen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) fast alle Menschen in Gaza Zelte oder Unterstützung bei der Unterbringung. Das Wetterphänomen El Niño könne stärkere Regenfälle bringen und die Gefahr von Überschwemmungen erhöhen, berichtete Arab News am Freitag.
Nach Angaben der IOM könnte El Niño das stärkste Ereignis dieser Art werden, wie die UN-Wetterorganisation mitgeteilt habe. Unsichere Gebäude könnten dadurch weiter geschwächt werden. Zugleich seien die Entwässerungssysteme in Gaza schwer beschädigt.
Fast zwei Millionen Menschen in dem Gebiet benötigten Unterstützung. Humanitäre Organisationen hätten bislang etwa 17 Prozent des Bedarfs an Materialien für den Winterschutz abgedeckt, erklärte IOM-Generaldirektorin Amy Pope.
Familien, die wiederholt vertrieben worden seien und schwere Verluste erlitten hätten, müssten den Winter sicher und in Würde überstehen können, sagte Pope. Einschränkungen durch israelische Behörden erschwerten es den Hilfsorganisationen, ihre Hilfe auszuweiten. Israel begründet die Beschränkungen mit Sicherheitsbedenken.
Nach Angaben der IOM durften 8.600 Notunterkunft-Sets nicht nach Gaza gebracht werden. Die Sets bestehen aus Holz, einer Plane und weiteren grundlegenden Materialien und seien von israelischen Behörden als Güter mit doppeltem Verwendungszweck eingestuft worden. COGAT, die für die Hilfszufuhr nach Gaza zuständige Stelle des israelischen Militärs, reagierte auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht.
Die IOM habe zwar einige Planen und Zelte nach Gaza bringen können, doch reiche dies angesichts des aktuellen Bedarfs nicht aus. Mehr als die Hälfte der Zelte und provisorischen Unterkünfte müsse ersetzt werden, weil sie sich in schlechtem Zustand befinde.
Im August seien mehr als 3.600 Gebäude als gefährlich und einsturzgefährdet erfasst worden. Rund 1,8 Millionen Menschen lebten nach Angaben der IOM in Notunterkünften, die meisten davon in überschwemmungsgefährdeten Gebieten.
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