Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Tillschneider hat am Mittag versucht, das Gelände der Synagoge in Halle zu betreten und an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des antisemitischen Anschlags teilzunehmen. Mehrere Anwesende bildeten vor dem Eingang eine Menschenkette und hinderten ihn am Zugang, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Halle der Welt bestätigte.
Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine spontane Versammlung.
Noami Tamir von der Jüdischen Studierendenunion Deutschland erklärte, ein als gesichert rechtsextrem eingestufter Parteivorsitzender habe bei dem Gedenken keinen Platz. Die Veranstaltung dürfe nicht vereinnahmt werden; im Mittelpunkt stünden die Opfer. Tillschneider habe betont, er sei eingeladen worden.
Der Gemeindevorsitzende Max Privorozki sagte, gegen Tillschneider sei kein Hausverbot ausgesprochen worden. Es habe sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt, zu der er hätte kommen können. Eine persönliche Einladung habe er jedoch nicht erhalten.
Tillschneider thematisierte den Vorfall auf X. Er schrieb, er habe in Vertretung von Tobias Rausch am Gedenken an den Anschlag teilnehmen wollen. Eine Gruppe fanatisierter Studenten habe ihn als Nazi beschimpft und ihm den Zutritt zur Synagoge verwehrt.
Mit seinem Teilnahmeversuch habe Tillschneider diesen Wunsch missachtet. Schuster sagte zudem, Tillschneider hinterlasse als führender Kopf und Vordenker des als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands einen faden Beigeschmack.
Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen.
Kommentare (0)