Der wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Völkermord in Ruanda angeklagte Arzt Dr Vincent Brown soll ab dem 4. Oktober 2027 in Großbritannien vor Gericht stehen. Wie BBC Africa berichtete, setzte eine Richterin am Old Bailey in London den vorläufigen Prozessbeginn fest. Die Verhandlung soll acht bis zwölf Wochen dauern.
Brown, der früher Vincent Bajinya hieß, ist 65 Jahre alt und lebt in Islington im Norden Londons. Ihm werden ein Anklagepunkt wegen unterstützender Beteiligung an Völkermord sowie sechs Fälle unterstützender Beteiligung an Mord als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Er soll Mitglieder der Volksgruppe der Tutsi getötet oder andere zu deren Tötung angewiesen beziehungsweise ermutigt haben.
Brown bestreitet die Vorwürfe und hat noch kein formelles Plädoyer abgegeben. Er habe jedoch mitgeteilt, auf nicht schuldig zu plädieren. Damit ist er der erste Mensch in Großbritannien, der wegen des Völkermords in Ruanda angeklagt wurde.
Bei einer Voranhörung am Freitag erschien Brown per Videoschalte aus dem Gefängnis Belmarsh. Richterin Mrs Justice Cheema-Grubb setzte außerdem eine Anhörung zum Plädoyer und zur Prozessvorbereitung für den 15. Januar an.
Brown ist Arzt und schloss seine Ausbildung in Ruanda in den 1980er-Jahren ab. Später leitete er in Kigali die Abteilung für Familiengesundheit. Zwischen dem 6. und dem 13. April 1994 soll er an sechs Morden beteiligt gewesen sein. Die Anklage folgte auf britische Ermittlungen, die sieben Jahre dauerten.
Während des 100 Tage dauernden Völkermords in Ruanda wurden schätzungsweise 800.000 Tutsi und politisch gemäßigte Hutu getötet. Jones sagte vor Gericht, die Ereignisse von 1994 seien die verheerendste Welle von Massentötungen der modernen Geschichte gewesen; allein in Kigali seien vor allem in den ersten Tagen und Wochen 100.000 Menschen ermordet worden.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kommentare (0)