Wie die Salzburger Nachrichten berichten, sagte die Medizinerin Annkristin Heine, damit könne das eigene Immunsystem gezielt gegen die Erkrankung eingesetzt werden.
Die T-Zellen werden aus dem Blut der betroffenen Menschen gewonnen. Anschließend erhalten die Patienten die Zellen über eine kleine Infusion zurück.
Geeignet ist die Behandlung für bestimmte Formen von Blutkrebs. Dazu zählen vor allem Lymphome, eine Form der Leukämie und das Multiple Myelom.
Die Entnahme der Zellen erfolgt bei einer sogenannten Apherese. Heine, die die Klinische Abteilung für Hämatologie der Med Uni Graz leitet, verglich den Ablauf mit einer Dialyse, bei der jedoch die körpereigenen T-Zellen entnommen würden. Die Herstellung der CAR-T-Zellen dauert derzeit vom Blutentnahme- bis zum Rückgabezeitpunkt rund drei bis sieben Wochen.
Drei Tage vor der Rückgabe, dem sogenannten Tag null, werden die Patienten aufgenommen. Eine milde Chemotherapie soll Platz für die veränderten Zellen schaffen und den Körper auf deren Vermehrung und Ausbreitung vorbereiten. Nach der Infusion bleiben die Patienten meist noch etwa zehn Tage stationär. Danach folgen regelmäßige ambulante Kontrollen.
Die CAR-T-Zellen können sich im Körper vermehren und länger dort bleiben. Als Nebenwirkungen sind unter anderem heftige Entzündungsreaktionen mit hohem Fieber und Kreislaufproblemen sowie vorübergehende Verwirrtheit oder Sprachstörungen möglich. Heine berichtete zudem von einer erhöhten Infektanfälligkeit und anhaltend niedrigen Blutzellzahlen.
Erste Langzeitdaten liegen laut Heine inzwischen von Patienten vor, die zuvor mit anderen Therapien schwer vorbehandelt gewesen seien. Bei Patienten mit aggressiven B-Zell-Lymphomen liege das geschätzte lymphomfreie Überleben nach zehn Jahren bei 32 Prozent. Ein Teil dieser Patienten sei möglicherweise langfristig krankheitsfrei oder sogar heilbar, erklärte Heine.
In Studien wird derzeit untersucht, ob CAR-T-Zellen bereits als Ersttherapie eingesetzt werden können. Außerdem sollen sie wirksamer und sicherer gemacht werden. Forschungsansätze prüfen auch CAR-T-Zellen von Spendern sowie eine Herstellung der Zellen direkt im Körper. Dabei könnte die mRNA-Technologie eine Möglichkeit sein.
Die Therapieform könnte künftig auch bei soliden Tumoren und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Diese Anwendungen befinden sich laut Heine noch in Studien. Dort geht es unter anderem auch um Immun-Kombinationen, zielgerichtete Therapien sowie präventive und therapeutische Impfungen gegen Krebs.
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