Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den verstaatlichten Energiekonzern Sefe angewiesen, zusätzlich 8 Terrawattstunden Gas für die Winterversorgung einzuspeichern. Warum genau diese Menge angeordnet wurde, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium nicht, wie n-tv berichtet.
Eine Erklärung für die festgelegte Menge von 8 Terrawattstunden enthält das Schreiben nach Angaben von n-tv nicht.
Kellner kritisierte, das Ministerium könne nicht begründen, warum es genau diese Menge einkaufe. Wetzel habe die 8 Terrawattstunden als begrenzten Eingriff in den Markt eingeordnet. Reiche hatte staatliche Eingriffe lange grundsätzlich abgelehnt, weil sie bei einem öffentlich bekannten staatlichen Ankauf Preissprünge befürchtet habe.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die deutschen Gasspeicher derzeit zu 59,4 Prozent gefüllt. Die Behörde teilte mit, der Füllstand liege deutlich unter den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Die täglichen Einspeicherungen seien teilweise weiterhin recht niedrig. Eine akute Gefahr für die Winterversorgung sehe die Bundesnetzagentur dennoch nicht, weil die Gasimporte stabil seien.
Kellner zufolge entsprechen die zusätzlich angeordneten 8 Terrawattstunden lediglich 3 Prozent der Gesamtfüllmenge.
Das Ministerium begründete die Anordnung auf Nachfrage von n-tv mit den anhaltenden geopolitischen Risiken. Sie solle einen zusätzlichen Beitrag zur Widerstandsfähigkeit der deutschen Gasversorgung leisten. Das Ministerium habe sich ein Eingreifen stets vorbehalten; dieser Bedarf sei nun eingetreten, erklärte eine Sprecherin.
Zur späteren Anordnung sagte die Sprecherin, im Frühjahr habe eine andere geopolitische Lage bestanden. Wichtige Schifffahrtsrouten für Öl- und Gastransporte würden wiederholt blockiert oder gestört.
Die Lage treibe die Preise in die Höhe. Für Gasversorger lohne es sich deshalb nicht, teuer einzukaufen, wenn sie das eingespeicherte Gas anschließend mit Gewinn an Endverbraucher verkaufen wollten. Reiche sagte laut Reuters, der Markt biete derzeit keinen Anreiz zur Einspeicherung.
Die Maßnahme schaffe eine zusätzliche Absicherung der Gasversorgung im kommenden Winter. Deutschlands Gasversorgung über die kalten Monate sei sicher.
Kellner warf Reiche vor, ein früheres Eingreifen hätte mehr als 150 Millionen Euro eingespart. Das Zögern der Ministerin koste viel Geld, sagte er. Reiches Sprecherin verwies dagegen darauf, der Verlauf der Kampfhandlungen und der Preise sei nicht vorhersehbar.
Sefe befindet sich vollständig in staatlicher Hand.
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