Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte warnt vor Engpässen in den Praxen.
Hintergrund ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. In der ambulanten Versorgung sollen im nächsten Jahr 2,7 Milliarden Euro eingespart werden. Andreas Gassen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beziffert dies auf 46 Millionen Termine.
Es könne längere Wartezeiten geben, außerdem weniger Spielraum bei der Aufnahme neuer Patientinnen. Der konkrete Effekt lasse sich derzeit jedoch noch nicht beziffern.
Bestimmte Behandlungen wurden Frauenärzten bisher zusätzlich und vollständig vergütet. Künftig sollen sie in das gesamte Praxisbudget fallen. Betroffen seien vor allem Krebs-Früherkennungsuntersuchungen, die regelmäßige Vorsorge von Schwangeren, Impftermine und ambulante Operationen.
Aus dem Praxisbudget müssen alle Behandlungen bezahlt werden. Haist sagte, im gesamten Budget sei zwar etwas mehr Geld enthalten. Damit müssten aber auch Leistungen finanziert werden, die bislang außerhalb dieses Budgets abgerechnet worden seien.
Ab dem kommenden Jahr soll die Zahl der Patientinnen begrenzt sein. Frauenärztinnen und Frauenärzte dürften höchstens so viele Patientinnen versorgen wie 2025, sagte Haist. Darüber hinausgehende Leistungen würden nicht bezahlt.
Haist will deshalb in seiner Praxis in Pforzheim die Termine weniger dicht legen. So solle Zeit für dringende Fälle und Notfälle bleiben. Außerdem werde die Praxis Patientinnen nach der Dringlichkeit ihrer Anliegen priorisieren. Schwangere und onkologische Patientinnen werde er weiterhin aufnehmen. Patientinnen mit wiederholten Abklärungen oder Kontrollen sowie Frauen, die bereits in frauenärztlicher Betreuung seien und die Praxis wechseln wollten, könnten dagegen schwerer einen Termin erhalten.
Der Berufsverband fordert in einer Petition an den Bundestag Änderungen an der Gesundheitsreform. Die ambulante frauenärztliche Versorgung müsse abgesichert bleiben. Für Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen stehe 2027 nicht weniger Geld zur Verfügung, berichtet die Tagesschau. GKV-Sprecher Florian Lanz bezeichnete die Warnungen im MDR als „Lobbypolitik“. Ärztinnen und Ärzte erhielten weiterhin Honorarsteigerungen, aber nicht mehr in dem Ausmaß wie in der Vergangenheit.
Auch Kinder- und Hausärzte hatten vor Einschnitten bei Impfungen und U-Untersuchungen gewarnt. Diese Kürzungen seien offenbar wieder vom Tisch, berichtet die Berliner Morgenpost. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung wolle zudem versuchen, die Früherkennung von der Deckelung auszunehmen.
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