Bei einem russischen Angriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind 20 Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. 18 weitere Menschen wurden verletzt, wie The Moscow Times berichtete. Eine Rakete traf am Nachmittag zudem ein Restaurant in Kiew und verletzte sieben Menschen.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Russland fünf Gleitbomben auf Wohngebäude abgeworfen. Selenskyj sagte, die Lockerung des Drucks werde von Russland als Signal verstanden, den Krieg fortzusetzen.
Unter den Toten in Saporischschja war ein sechsjähriges Mädchen. Ein Einschlag zerstörte Teile eines Wohnblocks. Rettungskräfte bargen das Kind aus den Trümmern. Der Großvater Anatolij Chumnyj sagte, ihr Geburtstag wäre am Monatsende gewesen.
Rettungskräfte zogen weitere Bewohner lebend aus den Trümmern. Ein Mann habe während seiner Befreiung aus dem Schutt vor Schmerzen geschrien. Eine 49-jährige Anwohnerin sagte, ihre Eltern seien nach der Bergung aus den Trümmern im Krankenhaus gestorben.
Saporischschja wird regelmäßig von russischen Angriffen getroffen. Die Attacke war nach Angaben des Berichts der dritte Angriff mit zahlreichen Opfern in der Ukraine innerhalb dieser Woche. Bei russischen Angriffen am Mittwoch und Donnerstag seien insgesamt fast 80 Zivilisten getötet worden. In Kramatorsk seien mindestens 30 Menschen durch eine Bombe gestorben, in Pryluky 22 weitere durch eine Rakete.
Russische Drohnen flogen den ganzen Tag über Kiew. Der Bericht bezeichnete die Angriffe als die schwerste neue Bombardierungswelle auf die Hauptstadt seit den ersten Kriegstagen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Drohnen hätten ein Datenverarbeitungszentrum in Kiew und ein Frachtschiff mit Militärgütern für den ukrainischen Hafen Odessa getroffen.
In Teilen Kiews und der umliegenden Region fiel der Strom aus. Dadurch kam der U-Bahn-Verkehr der Stadt zum zweiten Mal in dieser Woche vollständig zum Stillstand.
Kiew hatte Washington stattdessen zu höherem Druck auf Moskau aufgefordert, um ernsthafte Verhandlungen über ein Ende des seit viereinhalb Jahren dauernden Krieges zu erreichen. Trump kritisierte ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien, die nach seiner Darstellung die weltweiten Preise erhöht hätten. Die Ukraine forderte einen vollständigen Stopp der Angriffe auf Energieanlagen durch beide Seiten.
Trump verkündete die Diesel-Vereinbarung während dieser Gespräche. Selenskyj sagte, die ukrainische Seite sei davon überrascht worden. Die Delegation sei am Samstag auf dem Rückweg gewesen, erklärte Präsidentenberater Dmytro Lytwyn nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine.
Der russische Präsident Wladimir Putin sagte nach einem Telefonat mit Trump, eine sofortige Wiederaufnahme von Friedensgesprächen sei angesichts ukrainischer Drohnenangriffe auf Moskau unwahrscheinlich. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf eine Quelle, die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner könnten innerhalb der nächsten zwei Wochen nach Moskau reisen.
Nach Angaben des von Russland eingesetzten Gouverneurs der von Russland kontrollierten Region Luhansk wurden dort bei ukrainischen Angriffen vier Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar; aus der Ukraine lag zunächst keine Stellungnahme vor.
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