Zahlreiche Nachbeben erschütterten die betroffenen Orte über Stunden, wie ABC News International berichtete.
Die Beben hatten Magnituden von 7,7 und 6,6. Seismologen der Universität von Panama registrierten Dutzende Nachbeben, darunter Erschütterungen mit Magnituden von 5,8, 5,5 und 5,2.
Das frühere der beiden Beben ereignete sich nach Angaben des US Geological Survey rund zehn Kilometer südwestlich der abgelegenen Gemeinde Pitaloza Arriba in der zentralen Provinz Herrera. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Die Erschütterung sei auch im benachbarten Kolumbien zu spüren gewesen.
Die Behörden Panamas hatten den Erdbeben zunächst keine Todesfälle zugerechnet. Mehrere Menschen wurden jedoch verletzt. In der Stadt Penonomé sei eine Person von Trümmern eines teilweise eingestürzten Gebäudes getroffen worden, sagte Omar Smith vom Nationalen Zivilschutz. Schäden konzentrierten sich demnach auf die zentralen Provinzen Veraguas, Herrera und Los Santos. Aus Panama-Stadt seien keine Schäden gemeldet worden.
In La Villa de Los Santos, rund 64 Kilometer nordöstlich des Epizentrums, stürzten Wohnhäuser und die Kirche San Atanasio ein. Die Kirche war 1938 zum nationalen historischen Kulturerbe erklärt worden. An der Kathedrale auf dem Hauptplatz des Bezirks kam es laut Smith zu einem Teileinsturz und Rissen. Auch das Gebäude des Gouverneursamts und das Hotel Dos Continentes wurden beschädigt.
Er sitze seit dem Vortag mit Verwandten unter einem Zelt und habe in seinen 90 Jahren nichts Vergleichbares erlebt. In der Provinz Veraguas zogen sich große Risse entlang von Straßen.
Der internationale Flughafen Tocumen in Panama-Stadt setzte seinen Betrieb nach dem ersten Beben vorübergehend aus. Noch am selben Nachmittag wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Spezialisierte technische Teams überprüften die Anlagen auf mögliche Schäden; Priorität habe die Sicherheit der Beschäftigten, Schiffe und Besatzungen.
Carlos Valdés vom Seismologie-Department der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko führte die im Vergleich zu anderen jüngeren Beben geringe Zahl an Todesopfern möglicherweise auf Panamas strenge Bauvorschriften zurück. Diese gälten insbesondere für den Bau von Hochhäusern in der Hauptstadt.
In Venezuelas Bundesstaat La Guaira hatten zwei Erdbeben mit Magnituden von 7,2 und 7,5 im Juni mehr als 6.500 Menschen getötet und 17.000 obdachlos gemacht. Ein Beben der Magnitude 7,4 hatte im August in Kolumbien mindestens 289 Menschen getötet.
Das letzte größere Erdbeben mit weitreichenden Schäden in Panama ereignete sich 1991. Das Beben der Magnitude 7,4 hatte sein Zentrum im benachbarten Costa Rica, tötete 23 Menschen, verletzte 559 und machte im Grenzgebiet Bocas del Toro Tausende obdachlos.
Erdbeben treten in Panama besonders häufig an der Grenze zu Costa Rica und an der Pazifikküste auf. Ursache sei das Aufeinandertreffen mehrerer tektonischer Platten, darunter der Cocos-, der Nazca- und der Karibischen Platte. Panama liegt am Pazifischen Feuerring, einem 40.000 Kilometer langen Bogen aus Vulkanen und Verwerfungen rund um das Pazifikbecken.
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