US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj für das Ausbleiben einer Vereinbarung zur Beendigung des Krieges verantwortlich gemacht und seine Ablösung gefordert, wie DW Deutsch berichtete. Putin wolle dringend eine Vereinbarung, erklärte der US-Präsident. Zugleich kritisierte Trump, dass die Ukraine seit dem Beginn des Krieges Anfang 2022 keine Präsidentschaftswahl abgehalten habe. Selenskyj solle eine Wahl ansetzen und hätte den Konflikt nach Trumps Darstellung bereits mehrfach beilegen können.
Nach scharfer Kritik Selenskyjs an einem Diesel-Abkommen mit Moskau verlangte Trump einen neuen Präsidenten für die Ukraine.
Das Abkommen sieht nach Trumps Angaben die Lieferung von hunderttausenden Tonnen Kraftstoff durch Russland vor. Der US-Präsident steht wegen hoher Spritpreise unter Druck und hatte zuletzt wiederholt ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien kritisiert. Das Abkommen wurde trotz der Sanktionen gegen Russland geschlossen.
Deutschland, die Europäische Union und Großbritannien erklärten daraufhin, an ihren Sanktionen gegen Russland festzuhalten. Sie wollten Russland damit Finanzmittel entziehen, die zur Fortführung seiner Angriffe auf die Ukraine dienen könnten.
Die Ukrainer hätten das Recht, selbst über ihre Führung zu entscheiden. Äußerungen aus dem Ausland bestätigten nach Sybihas Darstellung lediglich, dass Selenskyj seine Aufgabe gut erfülle und Unterstützung verdiene.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, warf Trump vor, sich mit der Rücktrittsforderung eindeutig auf die Seite eines Mörders zu stellen. Über die Führung der Ukraine entschieden allein die Ukrainerinnen und Ukrainer in freien Wahlen, sagte die deutsche Politikerin dem Tagesspiegel. Das Weiße Haus und der Kreml hätten darüber nicht zu bestimmen.
Trump schwäche mit seinen erneuten Angriffen auf Verbündete und demokratische Institutionen den Westen und beschädige die Demokratie, erklärte Strack-Zimmermann weiter. Ihrer Einschätzung nach sähen das auch viele US-Bürger so. Europa müsse deshalb an seiner Unterstützung für die Ukraine festhalten; auf die USA sei derzeit kein Verlass.
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