Mindestens 109 Menschen sind beim Kentern eines Migrantenbootes vor der Küste Dschibutis ums Leben gekommen. Unter den Toten seien 15 Kinder, mehr als 116 Menschen würden vermisst, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit, wie Al Jazeera berichtete.
Überlebende hätten angegeben, dass sich das Unglück nahe Guhere an der Ostküste Dschibutis ereignet habe.
Mehr als 80 Menschen hätten den Untergang überlebt. Sie seien allesamt Äthiopier. Während die Such- und Rettungsarbeiten der Behörden Dschibutis andauerten, seien IOM-Teams gemeinsam mit den örtlichen Behörden vor Ort, um Nothilfe zu leisten, sagte der IOM-Missionsleiter in Dschibuti, Alexandre Coissac. Er habe den Verlust von Menschenleben als verheerend bezeichnet und erklärt, die Tragödie erinnere an die Gefahren, denen Migranten auf dieser Route ausgesetzt seien.
Die Überfahrt durch die Meerenge Bab al-Mandeb gilt als verbreitete, aber gefährliche Route für Migranten aus dem Horn von Afrika. An ihrer schmalsten Stelle misst die Wasserstraße zwischen Dschibuti und dem Jemen 20 Kilometer.
Viele Menschen machten sich auf den Weg, um Arbeit und Sicherheit in den Golfstaaten zu suchen. Die IOM verwies dabei auf die zunehmende Instabilität in der Region durch den Krieg zwischen den USA und Israel gegen Iran sowie auf die im vergangenen Monat wieder aufgenommenen Kämpfe im Jemen zwischen Regierungstruppen und Huthi-Kämpfern.
Seit dem 10. September habe die IOM mehr als 20.000 Einreisen aus Äthiopien nach Dschibuti registriert. Im vergangenen Jahr hätten sich mehr als eine halbe Million Menschen auf dieser Route in Richtung Jemen bewegt. Nach Angaben der Organisation seien dabei mindestens 900 Menschen gestorben oder vermisst worden.
Dschibuti ist zugleich ein Ausgangspunkt für Migranten und ein Zufluchtsort für mehrere Tausend Menschen, die wegen des erneuten Konflikts aus dem Jemen in das Land fliehen.
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